Berlin - An der "Gedenkstätte der Sozialisten" auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde versammelten sich mehr als 10.000 Menschen. Linksparteichef Lothar Bisky, die Chefs der Bundestagsfraktion, Oskar Lafontaine und Gregor Gysi sowie die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Petra Pau und Klaus Ernst legten Kränze nieder.
Gysi würdigte Luxemburg und Liebknecht als "richtige Helden". Beide hätten für Frieden und soziale Gerechtigkeit gekämpft und für diese Überzeugungen ihr Leben gelassen. Er rief die Deutschen dazu auf, historischer Persönlichkeiten ohne Rücksicht auf Parteigrenzen zu gedenken.
"Die Konservativen können mit Clara Zetkin und Rosa Luxemburg nichts anfangen. Und wenn ich ein linkes Stadtparlament habe, kriege ich kein Gässchen nach Bismarck benannt." Das müsse sich ändern. Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau sagte, der Kampf für die Demokratie sei heute eine Tagesaufgabe. "Der Rechtsextremismus ist wieder eine Gefahr für Leib und Leben von Menschen, die anders denken."
"Zeichen gegen den neoliberalen Mainstream"
Von den Veranstaltern befürchtete Störungen rechter Gruppen blieben aus, wie Sprecher Sebastian Lorenz sagte. Eine Gegendemonstration der NPD war im Vorfeld verboten worden.
Rund 3400 weitere Demonstranten versammelten sich Polizeiangaben zufolge zu einem von rund 50 linken Initiativen und Gruppen initiierten Gedenkaufzug unter dem Motto "Nichts und niemand ist vergessen - Aufstehen und widersetzen". Sie zogen am Vormittag vom Frankfurter Tor über die Frankfurter Allee und die Gudrunstraße zum Zentralfriedhof.
Luxemburg und Liebknecht waren Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Sie wurden am 15. Januar 1919 von rechten Freikorpssoldaten getötet und sind auf dem Zentralfriedhof beerdigt. In der DDR versammelte sich die SED-Führungsspitze an der Gedenkstätte.
Das Gedenken findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im Januar statt. Die Veranstalter wollen nach eigenen Angaben deutlich machen, dass der Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung immer noch aktuell sei. Die Demonstration verstehe sich als "Zeichen gegen den neoliberalen Mainstream".
han/ddp/AP/dpa
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