• Drucken
  • Senden
  • Feedback
19.01.2008
 

Rechtsradikale

Dokumente belegen chaotische Zustände in der NPD

Wie umgehen mit gewaltbereiten Neonazis? Über diese Frage ist in der NPD offenbar ein heftiger Führungsstreit ausgebrochen - an dessen Ende der Zerfall der Partei stehen könnte. Tausende Dokumente, die dem SPIEGEL vorliegen, belegen den desolaten Zustand der rechtsextremen Partei.

Abschriften von E-Mails, Konzeptpapiere und vertrauliche Dossiers aus der Parteiführung - Tausende interne Dokumente liegen dem SPIEGEL vor und zeigen die NPD in einem maroden Zustand. Heftig umstritten innerhalb der Führung ist vor allem der Umgang mit den gewaltbereiten, sogenannten "freien Kräften" aus der Neonazi-Szene. Sollte zu diesen Kreisen nicht ein klarer Trennungsstrich gezogen werden, so warnte ein Bundesvorstandsmitglied den NPD-Chef Udo Voigt, sei "das Auseinanderbrechen der Partei nur eine Frage der Zeit".

Skinheads bei einer NPD-Demo: Parteiführung streitet über die "freien Kräfte"
Zur Großansicht
DPA

Skinheads bei einer NPD-Demo: Parteiführung streitet über die "freien Kräfte"

Der Fraktionsvorsitzende der NPD im sächsischen Landtag, Holger Apfel, fürchtet "ein paar hundert Idioten" könnten Innenpolitikern von CDU und SPD "den fettesten Sargnagel" für einen erneuten Antrag auf Verbot der NPD liefern. Dagegen warnte ein bayerischer NPD-Funktionär parteiintern vor einer Ausgrenzung von Neonazis, weil dann "junge und revolutionäre Kräfte sich der Mitarbeit im Landesvorstand künftig verweigern" würden.

Das Konzeptpapier eines Bundesvorstandsmitglieds für die Parteiführung legt zudem erhebliche strukturelle Defizite in der Partei offen. So habe die NPD "zu wenig Mitglieder und Funktionsträger, um flächendeckend Wahlkampf führen zu können", es fehle an Spendern und ausreichender "Unterstützung aus dem nationalen Umfeld".

Unter Beteiligung von NPD-Chef Voigt wurde den Dokumenten zufolge eine Strategie diskutiert, wie man den Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen in Niedersachsen, Andreas Molau, über offenbar fingierte Immobilienkaufabsichten bekannt machen könnte. Der Wahlkämpfer solle, so heißt es in einer E-Mail, regelmäßig "Objekte im Land mit Ankündigung besuchen" und so "eine Berichterstattung über den Spitzenkandidaten vor Ort" sichern.

Die NPD-Funktionäre lehnten jede Stellungnahme zu den Parteiinterna ab.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP