Wiesbaden - Nach einer Erhebung des Forsa-Instituts im Auftrag der "Frankfurter Rundschau" liegen CDU und SPD bei jeweils 38 Prozent. Die FDP kommt auf 9 Prozent, die Grünen liegen bei 7 Prozent. Der Linken könnte mit 5 Prozent der Einzug in den Landtag gelingen, berichtet die "Frankfurter Rundschau".
Im Vergleich zur Landtagswahl 2003 würde die CDU demnach fast 11 Punkte verlieren, die SPD beinahe 9 Punkte zulegen. Die FDP gewänne 1,1 Prozentpunkte, die Grünen büßten 3,1 Punkte ein. Damit wäre weder ein von 28 Prozent der Befragten gewünschtes schwarz-gelbes Bündnis möglich noch eine rot-grüne Koalition, für die sich 23 Prozent aussprachen. Eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP würden nur 6 Prozent bevorzugen.
Im direkten Vergleich liegt SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti mit 39 Prozent einen Punkt vor Amtsinhaber Roland Koch (CDU). Vor allem im eigenen Lager ist die Zustimmung zu Ypsilanti stark gewachsen. Bevorzugten sie im Dezember nur 59 Prozent der SPD-Sympathisanten, so sind es inzwischen 83 Prozent.
Anders als 2003 orientieren sich die Wähler diesmal vor allem an der Landespolitik. Als größtes Problem Hessens nannten die meisten (36 Prozent) die Bildungspolitik, gefolgt von der Arbeitslosigkeit (33 Prozent). Die CDU hat ihr Thema Kriminalität und Jugendgewalt mit 31 Prozent immerhin auf Platz drei gebracht; im Dezember hatten nur 3 Prozent der Befragten darin ein Thema gesehen.
Forsa befragte in der vergangenen Woche 1005 wahlberechtigte Hessen. Damit hatten das TV-Duell zwischen Koch und Ypsilanti am Sonntag und auch die indirekten Warnungen des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement (SPD) vor einer Wahl der SPD in Hessen keinen Einfluss auf das Ergebnis. Das Institut gibt die Fehlertoleranz mit plus/minus 3 Prozentpunkten an.
Kanzlerin Merkel gab sich gelassen. Die Hessen-CDU solle sich nicht von den jüngsten Umfragen beeindrucken lassen und bis zum Schluss um den Wahlsieg zu kämpfen. Bei der Bundestagswahl 2005 seien die Umfragen besser als das Ergebnis gewesen, sagte die Parteichefin im Hörfunksender NDR Info. In Schleswig-Holstein habe zudem niemand an den Sieg der CDU geglaubt. Sie rate daher, zu kämpfen und "sich von den Umfragen nicht verrückt machen zu lassen und vor allem auch nicht zu sehr an sie zu glauben".
Merkel geht davon aus, dass in der Schlussphase des Wahlkampfes Themen wie die wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsplätze und Energiepreise eine stärkere Rolle spielen. Die CDU-Chefin unterstützte Clement in dessen Kritik an Ypsilanti. Es wäre ein "absolut falscher Schritt", aus der Kohle auszusteigen, mahnte Merkel. Sie fügte hinzu: "Insofern muss ich einfach feststellen, dass Herr Clement recht hat."
asc/als/dpa/AFP/AP
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