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Die Linke Ost-Realos wollen wirre Westler zähmen

2. Teil: Ost-Hilfe für die unerfahrenen Parlamentsneulinge

Auch in Hessen werden künftig neben Fraktionskollegen, die einst zur SPD gehörten, Linksparlamentarier mit marxistisch-kommunistischen Verbindungen agieren: Die 26-jährige Studentin Janine Wissler unterstützt das Netzwerk marx.21, das sich in der Linken für Positionen des "Marxismus im 21. Jahrhundert" starkmacht. Der designierte Fraktionsvorsitzende Willi van Ooyen arbeitete in den achtziger Jahren für die DKP-nahe Deutsche Friedensunion, die maßgeblich von der DDR finanziert wurde. In den vergangenen Jahren hat er sich vor allem als Friedensaktivist engagiert und die Organisation der Ostermärsche unterstützt.

Ein gewisses Maß an Selbstzerstörungspotential zeigte sich bereits vergangenen August, als der hessische Landesverband gegen den ausdrücklichen Wunsch der Bundespartei einen früheren DKP-Mann zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl nominierte. Erst nach verbalen Irrflügen, in denen er Bundeswehrsoldaten in Afghanistan mit Mauerschützen verglich, trat er zurück.

Die Parteispitze will jegliche Peinlichkeiten oder Blamagen in Hessen und Niedersachsen vermeiden und hat erfahrene Genossen aus Ost-Verbänden nach Wiesbaden und Hannover geschickt, die bei der Organisation der Parlamentsarbeit helfen sollen. Nicht wiederholen sollen sich Vorgänge wie in Bremen, wo vor wenigen Wochen eine unangenehme Stalking-Affäre die Parlamentsarbeit der Linken lähmte. Ein inzwischen geschasster Fraktionsgeschäftsführer hatte eine junge kurdischstämmige Abgeordnete mit Liebesschwüren bedrängt, die junge Frau flüchtete vorübergehend in ihre türkische Heimat.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie die bunt zusammengewürfelten Linksfraktionen mit kommunistischen Einsprengseln in Hessen und Niedersachsen agieren werden. Eigentlich will die von Realpolitikern wie Lothar Bisky, Oskar Lafontaine und Dietmar Bartsch geführte Bundespartei Fundamentalisten und Kommunisten nicht zu viel Gehör verschaffen. Die Trotzkisten in seiner Partei nannte Bartsch zuletzt "Verbalradikale, die dummes Zeug reden".

Ein paar Anhänger des Kommunismus machen aber künftig für die Linke Landespolitik in Hessen und Niedersachsen. Zumindest einer freut sich über die dunkelroten Abgeordneten, nämlich Hans Modrow, 80, der letzte DDR-Regierungschef und Ältestenratsvorsitzende der Linken: "Ich bin überglücklich. Erstmals seit 55 Jahren gibt es in den Ländern der ehemaligen alten Bundesrepublik wieder kommunistische Fraktionen", sagte er der "Bild"-Zeitung.

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