München - Der Diplomat will mit der 45. Konferenz 2009 die Nachfolge Teltschiks antreten, der nach zehn Jahren als Leiter der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik die Organisation abgibt. Ischinger kündigte an, dass er seinen Diplomatenposten aufgebe, denn diese Konferenz könne "nur von jemandem geleitet werden, der unabhängig ist". Der neue Gastgeber äußerte die Hoffnung, dass die Konferenz, die sich gerne als Weltwirtschaftsforum in Davos auf sicherheitspolitischer Ebene beschreibt, weiterhin eine ranghohe Veranstaltung bleiben werde.
Diplomat Ischinger: Neues Gesicht der Sicherheitskonferenz
Das Verteidigungsministerium bezeichnete Ischinger als "ausgewiesenen Fachmann und exzellenten Kenner der internationalen Sicherheitspolitik". Mit ihm sei gewährleistet, dass von München aus weiterhin wichtige Impulse für den strategischen Dialog ausgehen.
Ischinger hatte in Bonn, Genf und an zwei US-amerikanischen Universitäten studiert, ehe er 1973 seinen ersten diplomatischen Job übernahm - im Kabinett des damaligen Uno-Generalsekretärs Kurt Waldheim. Zwei Jahre später trat er in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik ein. Stationen seiner Karriere waren unter anderem die deutsche Botschaft in Washington und der Leitungsstab des Auswärtigen Amtes. 2001 wechselte er aus dem Amt des Staatssekretärs als Botschafter Deutschlands nach Washington, ausgerechnet am Tag der Terroranschläge auf die USA. Ischinger vertrat Deutschland damit in den schwierigen Zeiten der Abkühlung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses. Er wurde 2005 turnusgemäß abgelöst und ging als Botschafter nach London.
Teltschik, ehemaliger außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, übernahm 1998 die Organisation und öffnete die Veranstaltung für die Staaten Mittel- und Osteuropas sowie Asiens. Teltschik legt Wert auf die Bezeichnung "Sicherheitskonferenz", weil der ursprüngliche Name "Wehrkundetagung" nicht mehr zum internationalen Charakter des Treffens passe. Als Wehrkundetagung wurde die Veranstaltung 1962 von dem deutschen Verleger Ewald von Kleist, einem Widerstandskämpfer des 20. Juli, ins Leben gerufen.
amz/AP/dpa
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