Hamburg - Israels Ministerpräsident Ehud Olmert kam unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen: Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte ihm bei einer Unterredung in Berlin volle Unterstützung im Friedensprozess mit dem Ziel einer Zweistaatenlösung mit Palästina zu.
Premier Olmert, Gastgeberin Merkel: Gute Laune beim Treffen der Regierungschef
Die radikalislamische Hamas müsste nach den Worten Merkels von Terroranschlägen abgehalten werden. Es sei zu hoffen, dass die Menschen im Gazastreifen den Terrorismus unterbinden, der bewusst auch auf ihrem Rücken geplant werde. Europa helfe, die schwierige humanitäre Lage zu lindern.
Gespräche über Irans Atomprogramm
Ein weiteres Thema war das iranische Atomprogramm, wobei Olmert für mehr Druck auf Teheran besonders durch Deutschland werben wollte. Merkel sagte, die Vorbereitungen auf eine dritte Resolution des Uno-Sicherheitsrates seien abgeschlossen. Sie setze auf eine diplomatische Lösung. Olmert unterstrich ebenso wie zuvor US-Präsident George W. Bush, zur Bekämpfung des iranischen Atomprogramms seien alle Optionen offen. Das Streben Teherans nach Atomwaffen liege "offen auf der Hand". Israel suche mit der Staatengemeinschaft einen gemeinsamen Ansatz, damit der Iran keine Atomwaffen bauen könne. "Wir können uns nicht leisten, einen Fehler zu machen," sagte Olmert.
Merkel und Olmert betonten, die deutsch-israelischen Beziehungen intensivieren zu wollen. Ein Mittel dazu seien die ersten Regierungskonsultationen, die am 17. März in Jerusalem stattfinden sollen. Dazu werde sie mit Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier und zahlreichen weiteren Ministern anreisen. Die Treffen sollen im jährlichen Turnus stattfinden. Bei dem Besuch in Jerusalem wird Merkel als erste Regierungschefin vor der Knesset eine Rede halten. Bisher kam diese Ehre nur ausländischen Staatsoberhäuptern wie den Bundespräsidenten Johannes Rau und Horst Köhler zu.
Die Gespräche zwischen Merkel und Olmert hatten bereits gestern Abend mit einem Essen im Regierungsgästehaus in Meseberg begonnen, nachdem Olmert das Jüdische Museum besucht hatte. Als besondere protokollarische Aufmerksamkeit ließ Merkel israelischen Wein ausschenken, dessen Qualität Olmert ausdrücklich hervorhob. Olmert, der zum zweiten Mal in 14 Monaten zu Besuch kam, wurde vor der Rückreise auch von Köhler sowie von Bundestagspräsident Norbert Lammert empfangen.
flo/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH