Berlin - "Wir wollen, dass unsere Staatsflagge als Symbol des demokratischen Norwegens nicht weiter in Verbindung mit dem rechtsextremen Milieu gebracht wird", sagte der norwegische Gesandte in Berlin Andreas Gaarder. Damit bestätigte er einen Bericht des "Tagesspiegels", nachdem Norwegen wegen widerrechtlicher Verwendung seiner Flagge Anzeige gegen "Thor Steinar" erstattet hat. Es solle verhindert werden, dass die Marke weiterhin die norwegische Flagge auf ihre Textilien drucke und für Werbezwecke missbrauche.
"Thor Steinar"-Aufnäher: "Jetzt liegt die Entscheidung bei der deutschen Justiz"
Laut "Tagesspiegel" hätte ein Urteil zugunsten Norwegens weitreichende Folgen für die Marke. Außer der Zahlung des Bußgelds wäre die Verwendung der norwegischen Fahne verboten. Ein Sprecher des Bundesamts für Justiz sagte: "Es gibt dann nur zwei Möglichkeiten: Die Flagge abmachen oder, wo das nicht geht, das Kleidungsstück vernichten."
Gaarder lobte das zivilgesellschaftliche Engagement von Anwohnern und Politikern gegen die Modemarke und deren Läden. Linke Gruppen kündigten unterdessen an, am 22. Februar gegen den "Thor Steinar"-Laden in Berlin-Mitte zu protestieren. Gegen die Eröffnung des Textilgeschäfts hatten bereits am 1. Februar rund 60 Menschen demonstriert. Der private Vermieter kündigte dem Betreiber nach den Protesten fristlos.
Das Landgericht Magdeburg entschied unterdessen, dass ein "Thor Steinar"-Laden im Magdeburger Hundertwasserhaus geräumt wird. Die Wohnungsgesellschaft Gero AG hatte geltend gemacht, vom Betreiber des Geschäfts über das Warenangebot getäuscht worden zu sein. In dem Laden wurde ausschließlich Kleidung der Marke "Thor Steinar" angeboten. Bereits am Tag der Filialeröffnung Ende Juli 2007 hatten die Betreiber die fristlose Kündigung erhalten.
"Thor Steinar" gilt neben anderen Marken als Erkennungszeichen unter Rechtsextremen, da sie an den Namen des SS-Obergruppenführers und Generals der Waffen-SS Felix Martin Julius Steiner erinnert.
amz/dpa/ddp
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