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19.02.2008
 

Waffen

Heckler & Koch macht Geschäfte mit Blackwater

Der deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch ist in Geschäfte mit Blackwater verwickelt. Laut ARD setzt die umstrittene US-Söldnerfirma deutsche Maschinenpistolen im Irak und in Afghanistan ein. Das schwäbische Unternehmen will die Zusammenarbeit nun beenden.

Mainz - Blackwater-Söldner setzen Maschinenpistolen von Heckler & Koch im Irak und in Afghanistan ein, berichtete "Report Mainz" am Montagabend. Demnach bezeichnen die Firmen ihre Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Mitteilung als "einzigartige und strategische Partnerschaft". Blackwater und Heckler & Koch entwickeln nach eigenen Angaben eine gemeinsame Waffe und veranstalten in den USA Lehrgänge für den Kampf mit Waffen von Heckler & Koch, berichtete "Report Mainz". Heute teilte der deutsche Waffenhersteller mit, er wolle seine Zusammenarbeit mit Blackwater einstellen. Die Geschäftsleitung habe entschieden, jegliche Verbindung mit der US-Firma umgehend zu beenden, schrieb das Unternehmen an die Redaktion von "Report Mainz".

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte gegenüber dem ARD-Magazin erklärt, die Bundesregierung habe keine Waffenlieferungen an Blackwater genehmigt. Der Waffenhersteller wollte laut "Report Mainz" nicht mitteilen, wie die Waffen an Blackwater gelangten. Die Firma bestätigt der Sendung zufolge eine Zusammenarbeit mit Blackwater, bestreitet aber, eine Waffe für Blackwater entwickelt zu haben. Die Tochterfirma von Heckler & Koch in den USA habe nur zu Schulungszwecken Waffen an Blackwater geliefert. Aufgrund der Medienberichte über Blackwater habe die Firma den Geschäftspartner "besonders in unser Blickfeld und unter Beobachtung genommen".

Der US-Kongress hatte Blackwater im Oktober 2007 brutales Fehlverhalten im Irak vorgeworfen. Laut einer Untersuchung des Kongresses hatten Blackwater-Söldner bei einem Großteil von Schießereien, in die sie verwickelt waren, selbst das Feuer eröffnet. Blackwater-Wachmänner, die das US-Botschaftspersonal im Irak schützen, erschossen bei einem Zwischenfall in Bagdad im September 17 Zivilisten.

Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Hans Christian Ströbele, nannte es in "Report Mainz" "skandalös und nicht hinnehmbar, dass eine deutsche Waffenfirma mit einer solchen Söldnertruppe der Gesetzlosen zusammenarbeitet". Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gert Weisskirchen, regte eine Gesetzesinitiative an, um die Beteiligung an einer "Privatisierung des Krieges" in Zukunft auszuschließen. Er forderte, "dass solche Kooperationen überprüft werden". Der Vizefraktionsvorsitzende der FDP, Werner Hoyer, sagte, es gebe eine Gesetzeslücke, die geschlossen werden müsse.

ler/AFP

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