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Rot-Rot-Grün-Debatte "SPD ist eine demokratische Volkspartei - bis jetzt"

2. Teil: Lesen Sie weiter, was Christine Haderthauer über hummerfutternde Kader-Kapitalisten der Linken denkt und wie sie CSU-Chef Huber in Sachen Milliarden-Blamage der BayernLB verteidigt

SPIEGEL ONLINE: Sie wollen per Strafrecht auf einen gesellschaftlichen Trend reagieren? Es ist doch die etablierte Politik, die den Linken die Wähler zutreibt: überhöhte Managergehälter, die Steueraffäre und in Bayern jetzt die Milliarden-Blamage bei der Landesbank. Die Linken können prima vor der Fratze des Kapitals warnen.

Haderthauer: Das ist Quatsch. Die Steuersünder haben gegen die Regeln des Systems verstoßen, dafür werden sie bestraft. Aber das kann man doch nicht als Beleg gegen unser System werten. Schauen Sie sich die Linken doch an: Die futtern Hummer wie Sahra Wagenknecht und wohnen in einem Palast wie Lafontaine. Diese Kader-Kapitalisten sind echte Vorbilder.

SPIEGEL ONLINE: Der Ärger um die Verluste bei der Landesbank kommt für die CSU zur Unzeit, in acht Tagen sind Kommunalwahlen in Bayern. Wie wollen Sie den Glaubwürdigkeitsverlust von Erwin Huber und Ihrer Partei wettmachen?

Haderthauer: Erwin Huber hat absolut ordnungsgemäß gehandelt und kommuniziert.

SPIEGEL ONLINE: Sie fanden die Informationspolitik zuletzt ordentlich?

Haderthauer: Erwin Huber kann man keine verfehlte Informationspolitik vorhalten, er hat schon vor Wochen als erster darauf hingewiesen, dass Abschreibungsbedarf besteht. Er hat in jeder Hinsicht korrekt gehandelt. Die vorangegangene Kommunikation des Vorstands der BayernLB ist allerdings kritikwürdig. Das können Sie ja auch am Rücktritt des bisherigen Vorstandschefs Schmidt ablesen.

SPIEGEL ONLINE: Kritiker sagen, eine Landesbank sollte sich nicht an Zockergeschäften in Übersee beteiligen, sondern sich auf Finanzarbeit in der Region konzentrieren.

Haderthauer: Im US-Immobilienmarkt haben sich alle Banken in Deutschland engagiert, und die BayernLB ist deutlich weniger betroffen als andere Landesbanken. Aber klar ist auch: Der jetzt erfolgte Wechsel des Vorstandsvorsitzenden wird sicher auch dazu führen, dass die Landesbank ihre Strategien für die Zukunft überdenkt.

SPIEGEL ONLINE: Welche Signale erhalten Sie denn vom alten Huber-Rivalen Horst Seehofer in Berlin, was sagt er zu den Schwierigkeiten des Parteichefs?

Haderthauer: Wir haben laufend Gespräche, bisher aber nicht zu diesem Thema. Er sitzt im Verwaltungsrat der KfW Bankengruppe, insofern kennt er das Thema.

Das Interview führte Sebastian Fischer

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