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Bericht einer Neonazi-Aussteigerin "Als wäre der Führer mein Onkel"

3. Teil: "Versuch nicht wegzulaufen, du wirst nur müde sterben"

Was genau im Brief ihres Ex-Mannes stand, will Katja* nicht sagen. Nur dass sich der Inhalt weitgehend mit dem eines Artikels deckte, den der Ex-FAP-Mann kurz darauf im Internet veröffentlichte und der SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Aussteigerin Wolf in Süddeutschland: "Unerträglicher Psychoterror"
SPIEGEL ONLINE

Aussteigerin Wolf in Süddeutschland: "Unerträglicher Psychoterror"

Indirekt stempelte er Katja darin zum "Verräterschwein" ab. Sie kooperiere nun mit systemtreuen Medien, sogenannten "Volksverdummern", schrieb er. Sie helfe nun dem Verfassungsschutz, der "kriminalisiert, provoziert, Zwietracht sät, Menschen kauft und verkauft, fehlinformiert, korrumpiert, drangsaliert und Familien zerstört". Ihre Haupt-Triebfeder sei "nunmehr das Geld, für das sie offenbar alles zu tun bereit ist".

Indirekt droht er Katja in dem Artikel. Zwar schreibt er, an "tätlichen Angriffen auf seine Frau" nicht interessiert zu sein, weil diese "immer auch meine Kinder treffen würden". Gleichzeitig aber gibt er seiner "Hoffnung" Ausdruck, "dass die Verräter eines Tages vor ein Reichsgericht gestellt werden können und sie dort ihre gerechte Strafe erhalten".

Die Botschaft ihres Mannes blieb nicht ohne Wirkung. "Späher belagerten nun unser Haus, fotografierten und verfolgten mich", berichtet Katja. Zu tätlichen Übergriffen sei es zwar nie gekommen. "Die wussten ja, dass ich mit Behörden und Medien in Kontakt stehe." Das Stalking sei jedoch "ein schier unerträglicher Psychoterror gewesen".

Immer wieder tauchten neue Brandbriefe im Internet auf. "In einem davon stand: 'Versuch nicht wegzulaufen, du wirst nur müde sterben'", berichtet Katja.

Drei Jahre dauerte die Flucht

Wieder zog die Familie um, wieder wandte sich Katja an die Medien. "Meine Arbeit für Aussteigerprogramme und andere Initiativen gegen Rechts hat unsere Flucht sicher nicht erleichtert", räumt sie heute ein. "Es ging aber nicht anders. Es war mein Weg, die Vergangenheit zu verarbeiten."

Drei Jahre dauerte die Flucht, dann verloren die Verfolger Katjas Spur. Heute lebt die Familie in relativ sicheren Verhältnissen. "So sicher wie man als 'Verräterschwein' eben leben kann", sagt Katja.

Ihre Kinder fassen nun langsam Fuß im neuen Leben. "Die Größeren bereiten sich aufs Berufsleben vor. Bei den Kleineren freue ich mich, dass sie nun ohne Druck, Drill, Zwang und Gewalt aufwachsen können", sagt Katja.

Vor allem sie haben noch eine Chance, die dunkle Vergangenheit ihrer Familie abzuschütteln.


* Name von der Redaktion geändert.

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insgesamt 44 Beiträge
Langsam 27.05.2008
Das ist ja absolut lächerlich, die Frau wird zwei Mal auf einem Foto so gezeigt, dass jeder Bekannte sie sofort erkennen muss, und im Artikel wird verschwörerisch geraunt: ---Zitat--- Keine Fotos ohne Vermummung. Keine [...]
Zitat von sysop"Wenn meine ehemaligen Kameraden mich zu fassen kriegen, ist vielleicht mein Leben in Gefahr. Meine Kinder würden wahrscheinlich entführt." http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,544643,00.html
Das ist ja absolut lächerlich, die Frau wird zwei Mal auf einem Foto so gezeigt, dass jeder Bekannte sie sofort erkennen muss, und im Artikel wird verschwörerisch geraunt: ---Zitat--- Keine Fotos ohne Vermummung. Keine Beschreibung markanter Personenmerkmale. ---Zitatende---
Nazigruselgeschichten werden auch immer fader. Eine braune Wuchtbrumme, die vom Ehemann vertrimmt wird. Ohne Nazispleen eine Geschichte, wie sie leider etliche Male pro Jahr vorkommt. Solche Geschichten finden sich ohne Naziopa [...]
Nazigruselgeschichten werden auch immer fader. Eine braune Wuchtbrumme, die vom Ehemann vertrimmt wird. Ohne Nazispleen eine Geschichte, wie sie leider etliche Male pro Jahr vorkommt. Solche Geschichten finden sich ohne Naziopa in der Biographie in allen Frauenhäusern der Republik.
Stefan Albrecht 27.05.2008
Es ist schlicht und einfach erschreckend, wie mächtig die Rechtsradikalen sind. Ihre Macht schöpfen sie aus der oft verdeckten Tollerierung ihrer Hassparolen ähnlich denkender aber sich nicht öffentlich erklärender "braver [...]
Zitat von sysop20 Jahre lang gehörte sie zur Elite der rechten Szene - dann floh sie und änderte ihre Identität. SPIEGEL ONLINE hat eine einst hochrangige Neonazi-Aussteigerin getroffen. Sie berichtet über ihr Leben in Verblendung und die Angst vor den rechten Rächern. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,544643,00.html
Es ist schlicht und einfach erschreckend, wie mächtig die Rechtsradikalen sind. Ihre Macht schöpfen sie aus der oft verdeckten Tollerierung ihrer Hassparolen ähnlich denkender aber sich nicht öffentlich erklärender "braver Mitbürger". Man kann diese aber an bestimmten dummen Sprüchen erkennen und der Artikel lehrt, daß man diesen "braven Mitbürgern" mit null Tolleranz begegnen muß und ihnen sofort klar machen, daß man ihre dummen Sprüche nie mehr hören will, unmissverständlich. Nur so kann man den Rechtsradikalen das Wasser abgraben. Es ist sehr anstrengend aber unausweichlich, Zivilcourage zu zeigen.
sam clemens 27.05.2008
Diese "Lebensbeichte" an sich ist uninteressant, denn dort, wo Klarheit nötig wäre, bleibt die Darstellung (sicher notwendigerweise) im Ungewissen. Was kann denn die Frau über Pastörs usw. berichten? Was weiß sie denn [...]
Diese "Lebensbeichte" an sich ist uninteressant, denn dort, wo Klarheit nötig wäre, bleibt die Darstellung (sicher notwendigerweise) im Ungewissen. Was kann denn die Frau über Pastörs usw. berichten? Was weiß sie denn über die Neonazi-Netzwerke? Gibt es wirklich Verbindungen zur rechtskonservativen Szene? Alles das und vieles mehr würde mich interessieren - viel mehr als das, was eine Neonazi-Aussteigerin persönlich empfindet.
bestoff5 27.05.2008
Was für eine Elite?Hochrangig?So viel Mist auf einmal habe ich selten gelesen.Da gibt es keine Elite,das sind Hohlköpfe!
Was für eine Elite?Hochrangig?So viel Mist auf einmal habe ich selten gelesen.Da gibt es keine Elite,das sind Hohlköpfe!
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