Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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11.04.2008
 

Wahlaufruf für die Linke

SPD wirft Kritiker Larcher aus der Partei

Ein Leserbrief wurde ihm zum Verhängnis: Weil der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Detlev von Larcher in einer Zeitung für die Linken warb, soll er nach 39 Jahren sein Parteibuch zurückgeben. Doch der Kritiker will um seine Mitgliedschaft kämpfen.

Diepholz - Wegen seines Wahlaufrufs für die Linkspartei ist der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Detlev von Larcher aus der Partei ausgeschlossen worden. Der Parteilinke kündigte jedoch an, gegen die Entscheidung Einspruch einlegen zu wollen: "Sobald ich den Beschluss schriftlich vorliegen habe, werde ich mich beim Bezirk in Hannover melden und fragen, ob sie auch der Meinung sind, dass kritische Geister in der Partei nichts zu suchen haben", sagte Larcher SPIEGEL ONLINE. Auch den Gang bis zur Bundesschiedskommission hält er sich offen.

Hintergrund des Ausschlusses ist ein Leserbrief Larchers, den die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" im Januar veröffentlichte. Darin kritisiert der Parteilinke die Agenda 2010 des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder und ruft zur Wahl der Partei Die Linken auf. "Formal ist die Entscheidung, mich aus der Partei auszuschließen, sicherlich korrekt", sagte Larcher SPIEGEL ONLINE. Trotzdem ist er enttäuscht: "Ich dachte, dass wir in der Partei schon politisch weiter wären."

Zu seiner Kritik steht Larcher nach wie vor, auch den Appell zur Wahl der Linken will er nicht zurücknehmen: "Meine Kritik wurde von der Schiedskommission zu oberflächlich aufgefasst", beklagt Larcher. "Was ich mit meinem Beitrag eigentlich sagen will, ist doch, dass wir im Land eine starke Linke brauchen, damit die Gesellschaft nicht weiter nach rechts driftet."

Wenn die SPD mit ihrem durch Kanzler Schröder eingeschlagenen Kurs diese linken Ideale nicht mehr vertrete, sei es nur gut, dass es eine andere Partei gebe, die diese Ideen weitertrage, sagte Larcher. "Ich glaube, dass die SPD eine Konkurrenz von links braucht, wenn sie zu ihrem sozialdemokratischen Kurs zurückfinden soll."

Lange sah er sich in dieser Meinung von seiner Partei gestärkt: "Ich war 39 Jahre lang Mitglied der SPD, da gebe ich nicht so einfach auf", kündigt Larcher an. Er glaubt auch, schon erste Anzeichen eines Kurswechsels zu erkennen: "Die Debatte um den Mindestlohn ist ein gutes Zeichen. Ich hoffe wirklich, dass wir wieder auf einem guten Weg sind."

jma/ddp

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