Von Sebastian Fischer, Björn Hengst, Anna Reimann, Severin Weiland und Philipp Wittrock
Berlin - Wenn es richtig rucken soll im Land, dann muss man es provozieren - und das ist dem Altbundespräsidenten Roman Herzog mit seiner Warnung vor einem übergroßen Einfluss der Rentner auf die Demokratie wieder einmal gelungen. Mit Blick auf die gerade im Kabinett durchgewinkte außerordentliche Erhöhung der Renten, hatte er der "Bild"-Zeitung vom Freitag gesagt: "Ich fürchte, wir sehen gerade die Vorboten einer Rentnerdemokratie: Die Älteren werden immer mehr, und alle Parteien nehmen überproportional Rücksicht auf sie. Das könnte am Ende in die Richtung gehen, dass die Älteren die Jüngeren ausplündern."
Der Protest der Senioren folgte unmittelbar: "Wenn jemand allen Ernstes davor warnt, dass die Alten irgendwann die Jungen ausplündern, frage ich mich wirklich, was sich ein Mensch dabei denkt", polterte Otto Wulff, der Vorsitzende der CDU-Senioren-Union. Er fühlt sich bei solchen Aussagen an das einstige Unwort des Jahres - "Rentnerschwemme" - erinnert: "Ein Begriff, den Roman Herzog seinerzeit übrigens scharf kritisiert hat", so der 75-Jährige zu SPIEGEL ONLINE. Einen Dialog der Generationen erreiche man "mit Sicherheit nicht durch Provokation". Wulff: "Es ärgert mich maßlos, wenn Politiker, von denen man normalerweise mäßigende Worte erwartet, den Generationenvertrag so gefährden."
So weit, so erwartbar. Aber was sagen eigentlich die jungen Politiker dazu, für die Herzog mit seinem Vorstoß möglicherweise eine Bresche schlagen wollte? Die reagieren überraschend gelassen. SPIEGEL ONLINE dokumentiert ihre Kommentare zu Herzogs Rentenruck:
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