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16.04.2008
 

Umfrage

Gesundheitsreform bei Wählern äußerst unbeliebt

Die meisten Bürger halten nicht viel von der Gesundheitsreform: Der Umfrage einer Krankenkasse zufolge zweifeln 95 Prozent der Deutschen an deren Wirksamkeit, viele fürchten steigende Beiträge und mehr Bürokratie. Das Gesundheitsministerium wies die Erhebung als "interessengeleitet" zurück.

Berlin - Er ist das zentrale Elemente der Gesundheitsreform - und beim Wähler beliebt wie ein Besuch beim Zahnarzt: der politisch höchst umstrittene Gesundheitsfonds. Einer am Mittwoch vorgestellten Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker-Krankenkasse zufolge würden 84 Prozent der Deutschen die Einführung des Fonds lieber um ein bis zwei Jahre verschieben, bis die finanziellen Konsequenzen klar sind.

Chipkarten der Krankenkassen: Drei Viertel trauen
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DPA

Chipkarten der Krankenkassen: Drei Viertel trauen

Drei Viertel erwarten, dass er mehr statt weniger Bürokratie produziert. Knapp zwei Drittel glauben nicht, dass der Fonds zu mehr Gerechtigkeit führt. 80 Prozent vermuten zudem, dass der Staat bei knapper Kasse zu Lasten der medizinischen Versorgung seine Zuschüsse kürzt.

Der Fonds ist ein Kernelement der jüngsten Gesundheitsreform und soll zum 1. Januar 2009 eingeführt werden. Dagegen regt sich jedoch in letzter Zeit vermehrt Widerstand vor allem aus den unionsregierten Südländern. Künftig sollen die Kassenbeiträge und staatlichen Zuschüsse in dem Fonds gesammelt und von dort an die Kassen weiterverteilt werden. Kommt eine Kasse mit den zugewiesenen Mitteln nicht aus, darf sie einen Zusatzbeitrag erheben.

Zwei Drittel der Befragten waren außerdem dagegen, dass künftig die Regierung einen einheitlichen Krankenkassenbeitrag festlegt. 71 Prozent befürchten, dass das System dadurch auf eine Einheitskasse zusteuert.

Insgesamt erwarten der Umfrage zufolge zwei Drittel der Menschen nicht, dass die Gesundheitsreform positive Auswirkungen auf das Gesundheitssystem hat: 95 Prozent zweifeln an der Nachhaltigkeit der Reform und gehen von baldigen Änderungen aus. Fast ebenso viele Befragte (92 Prozent) rechnen mit steigenden Beiträgen. Drei Viertel bezweifeln den Angaben zufolge, dass sie das Gesundheitssystem sozial gerechter oder durchschaubarer macht.

Für den "TK-Meinungspuls Gesundheit" befragte Forsa im März 2.000 Erwachsene. Klaus Vater, Sprecher des Gesundheitsministeriums, bezweifelte die Ergebnisse und bezeichnete die Umfrage als interessengeleitet. Die Bundesregierung habe selbst breit angelegte Umfragen vornehmen lassen, denen zufolge bis zu drei Viertel der Bürger von der Gesundheitsreform positiv überzeugt seien.

amz/AP

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