Bad Saarow - Zumindest seine Landeskollegen konnte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bereits für seine Idee begeistern: Bei der Innenministerkonferenz in Bad Saarow bekam Schäuble lückenlose Rückendeckung für den Plan, künftig Christen aus dem Irak aufzunehmen. "Wir begrüßen den Vorschlag des Bundesinnenministers, wir unterstützen ihn", sagte der baden-württembergische Ressortchef Heribert Rech (CDU).
Irakische Flüchtlinge: "Sogwirkung" für Verfolgte?
Am Freitag wolle sich Schäuble beim Treffen der EU-Innenminister für die Aufnahme irakischer Christen stark machen, hieß es. Die Einzelheiten müssen allerdings noch geklärt werden. Wieviele Flüchtlinge etwa aufgenommen werden sollen, ist bislang unklar.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sprach sich dafür aus, zunächst auf europäischer Ebene die Bedingungen für die Aufnahme zu klären. "Dann bin ich sicher, dass man sich auch über Zahlen verständigen kann", sagte der CSU-Politiker. Zudem müsse die humanitäre Hilfe für Christen im Irak selbst organisiert und die Aufnahme von Christen in den Nachbarländern unterstützt werden.
Rech sagte, es müsse auch geklärt werden, wie man die Aufnahme von Flüchtlingen finanzieren wolle und welche "Sogwirkung" eine Regelung für irakische Christen haben könne. "Es gibt auch verfolgte Christen in der Türkei beispielsweise", sagte er.
Seit Beginn des Irak-Kriegs sollen etwa die Hälfte der 1,5 Millionen Christen aus dem Land geflohen sein. Auch die christlichen Kirchen in Deutschland setzen sich für die Aufnahme der Flüchtlinge ein.
amz/AP
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