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01.05.2008
 

NPD-Demo in Hamburg

Schwarze Rauchschwaden über Barmbek

Brennpunkt Barmbek: Tausende Menschen protestieren in Hamburg gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten. Etwa 700 Anhänger der NPD wollen am Mittag durch einen Stadtteil der Hansestadt ziehen. Bereits am Morgen kam es zu ersten Ausschreitungen.

Hamburg/Berlin - Im Hamburger Stadtteil Barmbek steckten Unbekannte in der Nähe einer Aral-Tankstelle einen Reifenstapel in Brand. Schwarze Rauchschwaden verdunkelten nach Augenzeugenberichten den Himmel. Zu einer Demonstration gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten haben sich dort am Donnerstag Tausende Teilnehmer versammelt.

Auf rund 5000 Personen schätzte die Polizei die Zahl der Gegendemonstranten. "Kein Raum für Nazis" und "Keine Toleranz für Nazis" forderten die Teilnehmer auf Transparenten. Die NPD und andere Rechtsextremisten wollen durch den Stadtteil Barmbek ziehen. Dagegen hatten Gewerkschaften, Parteien und Kirchen protestiert.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte sind aus Berlin zahlreiche Autonome angereist, um den NPD-Aufmarsch zu stören. Die Polizei will mit einem Großaufgebot Ausschreitungen verhindern. Mehrere Hundertschaften waren vor Ort, Wasserwerfer standen bereit. Verstärkung erhielten die Einsatzkräfte auch aus anderen Bundesländern.

Randale an der Roten Flora

Erwartet wurden rund 700 Angehörige der rechten Szene. "Noch haben wir keine Zahlen, wieviele Rechtsextremisten unterwegs sind", sagte ein Polizeisprecher. Zu der Protestveranstaltung gegen die NPD hatte ein Hamburger Bündnis gegen rechts aufgerufen. Vertreter von Parteien wie der SPD und von Gewerkschaften wie der IG Metall, GEW und Ver.di kamen ebenfalls zu der Veranstaltung.

Zu Krawallen war es in der Nacht im Hamburger Schanzenviertel gekommen. Vier Randalierer wurden festgenommen. Im Bereich des Linken-Szenetreffs Rote Flora waren Steine auf Beamte geflogen. Ein Polizist sei leicht verletzt worden. Die Scheiben einer Sparkasse gingen zu Bruch, Müllcontainer wurden angezündet. Die Polizei setzte mehrere Wasserwerfer ein. Nach Angaben des Polizeisprechers beruhigte sich die Situation nach kurzer Zeit.

Auch in Berlin ist die Polizei auf mögliche Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen zum 1. Mai vorbereitet. Die Walpurgisnacht war in der Hauptstadt trotz einiger Zwischenfälle so friedlich verlaufen wie seit zehn Jahren nicht mehr. 24 Menschen wurden in der Nacht zum 1. Mai festgenommen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. 13 Polizeibeamte seien verletzt, einer von ihnen ins Krankenhaus gebracht worden.

hil/ssu/dpa

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