Berlin - Alarmiert wurde Bundeskanzlerin Merkel von der Statistik: Die Zahl der rauschtrinkenden Teenager steigt "besorgniserregend" an, stellt der aktuelle Drogenbericht der Bundesregierung fest - Tausende Jugendliche saufen sich regelmäßig bewusstlos. "Es kann uns nicht kalt lassen, wenn wir immer wieder hören, dass Jugendliche ihre Gesundheit ganz bewusst aufs Spiel setzen, nur weil es gerade in ist", mahnte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.
Wenn jährlich schon 20.000 betrunkene Teenager wegen einer Alkoholvergiftung in Kliniken eingeliefert werden, seien dies leider keine Einzelfälle mehr, sagte die CDU-Chefin. Der starke Anstieg in den vergangenen Jahren habe sie aufgeschreckt.
Sie sei aber gegen neue Gesetze. Dringend notwendig seien vielmehr zusätzliche Vorbeugung und Aufklärung. "Deshalb sage ich: Wir müssen ganz entschieden - alle in unserer Gesellschaft - dagegen antreten, dass Jugendliche zum Alkoholkonsum verführt werden, oder, um Stärke zu beweisen, dies übermäßig tun." Dazu brauche es als Mitstreiter Eltern, Mitschüler, Lehrer sowie die Vertreter des Hotel- und Gaststättengewerbes. "Also all diejenigen, die mit jungen Menschen in Berührung kommen, mit ihnen Kontakt haben und aufklärerisch tätig werden können."
Weiter sagte die Regierungschefin: "Jeder, der in einer Gaststätte anbietet, dass es sogenannte Flatrates für übermäßigen Alkoholkonsum gibt, der muss wissen, dass er dazu einen Beitrag leistet, junge Menschen zum Alkoholkonsum zu verführen."
Merkel reagierte mit der Ansprache in ihrem Video-Podcast auf den jüngsten Drogenbericht der Bundesregierung: Demnach betrinken sich immer mehr Jugendliche bis zum Umfallen. Tranken die 12- bis 17-jährigen 2005 noch 34 Gramm reinen Alkohols pro Woche, so lag die Menge 2007 schon bei 50 Gramm. Im Jahr 2000 kamen 9500 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren wegen Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus - 2006 waren es bereits 19.500.
amz/dpa/ddp/AP
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