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20.05.2008
 

Neonazi-Propaganda

Post druckt versehentlich Briefe mit Rudolf-Heß-Konterfei

Ein neuer Service der Post wurde prompt von Neonazis missbraucht - mit dem "Plusbrief Individuell" können Postkunden personalisierte Briefmarken verschicken: Rechtsextremisten brachten Briefe mit dem Bild von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß auf den Weg.

Hamburg - Die Idee der Post ist ganz einfach: Beim "Plusbrief Individuell" können Kunden im Internet Briefe mit eigener Bildbotschaft gestalten. Anschließend werden die Briefe von der Post gedruckt und an den Besteller geschickt.

Den Service nutzten Rechtsextremisten für Neonazi-Propaganda: Es kamen Briefe mit dem Konterfei des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß in Umlauf. "Ja, wir haben diese Briefe mit einem Konterfei von Rudolf Heß ausgeliefert", sagte Dirk Klasen, Pressesprecher der Deutschen Post AG, der "taz".

Kontrollen seien schwierig, räumte Klasen ein. Grundsätzlich überprüften Postmitarbeiter zwar die von Kunden ausgewählten Motive, eine lückenlose Kontrolle sei aber nicht zu gewährleisten. So seien etwa die in der Neonazi-Szene beliebten Zahlen - und Buchstabencodes für die Prüfstellen nur schwer zu erkennen. Es seien 20 Briefe mit dem Heß-Abbild in Umlauf gekommen.

Der verurteilte Kriegsverbrecher Heß wird in der Neonazi-Szene seit seinem Selbstmord im Jahr 1987 als Märtyrer verehrt.

hen

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