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Fall Morsal O. Politiker wollen Integrationsdruck auf Zuwanderer erhöhen

"Ehrenmord" in Hamburg: Vom eigenen Bruder wurde die 16-jährige Afghanin Morsal O. getötet. Die Politik sucht nach Wegen, Zuwanderer stärker auf deutsches Recht und Gesetz zu verpflichten: Zu lange habe man an Mulitikulti geglaubt und weggesehen.

Hamburg - "Ehrenmorde" ein Ergebnis von zu viel Liberalität? Für Hamburgs SPD-Fraktionschef Michael Neumann ist der Mord an der 16-jährigen Morsal O. Ausdruck eines zu langen Wegsehens bei Integrationsproblemen. "Es hat in unserer Gesellschaft zu lange die Hoffnung gegeben, Multikulti werde die Probleme der Integration irgendwie überwinden", sagte Neumann.

Der Tatort des Mordes an Morsal O.: Hoffnung auf ein "unmissverständliches Urteil"
DDP

Der Tatort des Mordes an Morsal O.: Hoffnung auf ein "unmissverständliches Urteil"

Ein entschlossenes Eintreten für Recht und Gesetz sei zu lange als reaktionär diskreditiert worden. Die Politik sei gefordert, stärker auf die Zuwandererorganisationen einwirken.

Neumann sagte, er hoffe in diesem Fall auf ein "unmissverständliches Urteil". Wer in Deutschland seine Heimat gefunden habe, sei willkommen. "Es muss aber klar sein, dass kulturelle Identität nicht über die geltende Rechtsordnung gestellt werden darf. Und es muss klar sein, dass der demokratische Staat auf massive Rechtsbrüche auch massiv zu reagieren bereit ist." Der Staat müsse "möglicherweise mehr als bisher die unbedingte Akzeptanz der Rechtsordnung einfordern."

Der Hamburger Justizsenator Till Steffen von der Grün-Alternativen Liste (GAL) warnte davor, von einem einzelnen, nicht integrierten Täter auf die ganze afghanische Bevölkerungsgruppe zu schließen. "Da wäre ich sehr zurückhaltend", sagte Steffen dem "Hamburger Abendblatt". "Die meisten von ihnen werden niemals straffällig." Er betonte, "Ehrenmorde" hätten viel zu tun mit Rollenbildern von Männern in bestimmten Gruppen. "Aber es betrifft nicht nur Migranten."

"Wir haben ein Problem mit Kriminalität, dabei ist es nicht in erster Linie entscheidend, welchen Pass ein Täter hat", sagte Innensenator Christoph Ahlhaus dem "Hamburger Abendblatt". Ahlhaus räumte ein, dass es in der Tätergruppe der 18- bis 25-Jährigen tatsächlich einen überproportionalen Anteil von Ausländern gebe. "Aber die Zahl der ausländischen Täter geht zurück", sagte der CDU-Politiker.

Er plädierte dafür, in die Kriminalitäts-Statistik künftig auch einzutragen, ob ein Deutscher einen Migrationshintergrund hat. So könne man auf daraus resultierende Erkenntnisse reagieren.

Vor einer Woche war Morsal O. von ihrem Bruder getötet worden. Die Polizei geht davon aus, dass der vorbestrafte Mann seine Schwester ermordete, weil er mit deren Lebensstil nicht einverstanden war.Die Familie stammt aus Afghanistan.

rge/dpa/AP

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