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25.05.2008
 

Parteitag der Linken

Wie das Streitthema Familienpolitik unter den Tisch fallen sollte

Neben Parteichef Oskar Lafontaine sollte beim Parteitag der Linken auch seine Frau im Rampenlicht stehen: Christa Müller. Gegner ihrer höchst umstrittenen Ansichten zur Familienpolitik wollten ein Tribunal veranstalten - das wäre fast in letzter Minute abgebügelt worden.

Hamburg - Der Eklat war programmiert. Gleich sechs Anträge gegen die Familienpolitik von Lafontaines Ehefrau Christa Müller lagen vor. In scharfen Worten wandten sich die Antragsteller gegen die familienpolitische Sprecherin der Linken im Saarland. "Wir sind entsetzt", hieß es darin, Müller solle als familienpolitische Sprecherin zurücktreten, sie habe "ihre Prominenz missbraucht", vertrete ein "reaktionäres Familienkonzept". Vor allem Mitglieder im Osten werfen Müller ein rückwärtsgewandtes Familienbild vor.

Christa Müller mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine: Gefordert wird eine "emanzipatorische Familienpolitik"
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AP

Christa Müller mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine: Gefordert wird eine "emanzipatorische Familienpolitik"

Die Organisatoren des Parteitages in Cottbus schafften es, das Thema einzudampfen: Von den sechs Anträgen blieb schließlich einer übrig. In diesem sogenannten Ersetzungsantrag taucht der Name Christa Müller nicht mal mehr auf. Gefordert wird nur noch eine "emanzipatorische Familienpolitik".

Zwar gibt es bei etlichen Delegierten weiter Unmut darüber, dass Müller die Krippenbetreuung von Kindern mit der Beschneidung von Mädchen verglich, aber einen Eklat auf dem Parteitag sollte es nicht geben. In etlichen Gesprächen, E-Mails und Telefonaten war es Parteivorstandsmitglied Caren Lay gelungen, die Antragsteller zu besänftigen. "Ein Parteitag sollte kein Tribunal für Christa Müller sein", sagte Lay.

Müller selbst hatte gegenüber der dpa in Cottbus erneut für ihr Modell eines sozialversicherungspflichtigen Erziehungsgehalts geworben. "Die heftigen Reaktionen gerade aus den neuen Ländern waren vorhersehbar", sagte sie. "Solange ich familienpolitische Sprecherin bin, werde ich diese Position weiter vertreten", hielt Müller dagegen. "Unser Modell ist keine Hausfrauenprämie und keine Herdprämie." Mit einem Erziehungsgehalt von 1600 Euro monatlich in den ersten drei Lebensjahren für alle Kinder will sie sicherstellen, dass auch einkommensschwächere Eltern ihre Kinder selbst betreuen lassen können. Sie hatte aber zunächst offen gelassen, ob sie überhaupt in die Debatte eingreifen wird.

ler/hen/dpa

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