Berlin - Gesine Schwan umwirbt die Linke. Die Präsidentschaftskandidatin der SPD wird sich in der Bundestagsfraktion der Linkspartei vorstellen, um die Zustimmung bei der Wahl in der Bundesversammlung zu bekommen. Das sei selbstverständlich, sagte Schwan der "Berliner Zeitung".
Schwan erinnerte daran, dass sie sich auch 2004 der Diskussion mit den Wahlmännern und -frauen der PDS gestellt habe, die anschließend für sie in der Bundesversammlung gestimmt haben.
Die Linke reagierte zurückhaltend. Schwan sei auch jetzt in der Linksfraktion willkommen, sagte ihr Vorsitzender Gregor Gysi. Doch müsse auch SPD-Chef Kurt Beck der Linken bei einem Spitzentreffen erläutern, warum die Partei Schwan mitwählen solle. SPD und Schwan haben Absprachen mit der Linken abgelehnt.
Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin spricht sich ausdrücklich gegen Stimmabgaben seiner Partei für eine Wiederwahl von Bundespräsident Horst Köhler aus. "Köhler ist von der Union und FDP nominiert worden mit der klaren Ansage, das als Auftakt für eine schwarz-gelbe Zusammenarbeit zu werten", sagte der designierte Spitzenkandidat der Grünen bei der Bundestagswahl 2009 der "Rheinischen Post". Er sehe keinen Grund, diesem Signal zu folgen.
"Wir treten dezidiert an, um eine schwarz-gelbe Mehrheit bei der nächsten Bundestagswahl zu verhindern", betonte der frühere Bundesumweltminister. Ob die Grünen-Stimmen damit automatisch an Schwan gehen oder ob er einen eigenen Kandidaten favorisiert, ließ Trittin offen. "Wir werden die Entscheidung im Laufe des Sommers treffen", sagte er.
als/ddp
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