Passau - Die Nerven liegen blank: In Bayern ist im Herbst Landtagswahl. Die Umfragewerte liegen für die CSU unter den Erwartungen. So versucht die Partei verzweifelt, Wähler zu gewinnen, indem sie etwa die Wiedereinführung der Pendlerpauschale fordert oder finanzielle Entlastungen für den Bürger.
Die Kanzlerin und ihr Schatten: Merkel vor einer Abbildung Schröders im Kanzleramt
Wie die "Passauer Neue Presse" berichtet, sei Merkel während einem Treffen der CSU-Landesgruppe am Montagabend wegen ihrer Absage an Entlastungen und eine Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale scharf angegriffen worden. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stefan Müller habe gar Parallelen zu SPD-Kanzler Gerhard Schröder gezogen: "Wir wollen keine Basta-Politik der Kanzlerin", soll er erklärt haben.
Doch er war nicht der einzige, der auf Merkel nicht gut zu sprechen kam. Sein CSU-Kollege Alexander Dobrindt habe Merkel und der CDU mangelnden Mut vorgeworfen. Und der CSU-Rechtsexperte Norbert Geis habe der Kanzlerin vorgeworfen, sie sonne sich in ihren guten Umfragewerten, während die Union deutlich an Zustimmung verliere, hieß es.
In der Sitzung sei heftiger Unmut darüber laut geworden, dass Merkel der CSU in Sachen Steuersenkungen und Wiedereinführung der Pendlerpauschale, wie sie von Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber gefordert werden, nicht entgegengekommen sei.
Das Ergebnis der gemeinsamen Präsidiumssitzung von CDU und CSU in Erding in der vergangenen Woche sei "enttäuschend" gewesen, so die einhellige Meinung.
asc/ddp
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