Frankfurt am Main - Die beiden Linken-Vorsitzenden Lothar Bisky und Oskar Lafontaine schreiben in einem Brief an Berthold Huber, dieser wolle offenbar mit DGB-Chef Michael Sommer "der alten Partnerschaft zwischen SPD und Gewerkschaften zu einem neuen Frühling verhelfen - trotz Agenda 2010, Rente mit 67 und Beteiligung an völkerrechtswidrigen Kriegen". Dies berichtet die "Frankfurter Rundschau".
Der IG-Metall-Chef hatte die Linken in der vergangenen Woche schriftlich aufgefordert, "jede offene oder klammheimliche Vereinnahmung" seiner Gewerkschaft zu unterlassen. Die IG Metall arbeite mit allen demokratischen Parteien zusammen und brauche "keine Ratschläge, wie wir unsere Politik anzulegen haben".
In ihrer Antwort reagieren Bisky und Lafontaine "einigermaßen überrascht" auf Hubers Angriffe, schreibt die Zeitung. Huber habe ja Recht, wenn er sich gegen die Umarmungsstrategien von Parteien wehre, so die Linkenführung. Andererseits sei er es gewesen, der die SPD vor der Hessenwahl "demonstrativ unterstützt" habe. Sommer wiederum habe sich am 1. Mai Schulter an Schulter mit SPD-Chef Kurt Beck gezeigt.
Bei einfachen Arbeitnehmern, warnen Bisky und Lafontaine, sei so der Eindruck entstanden, die Sozialdemokraten an der Gewerkschaftsspitze "stünden in Nibelungentreue zur SPD auch dann, wenn diese Partei die größten Sozialkürzungen der Bundesrepublik mitzuverantworten hat".
asc/ddp
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