Berlin - 59 Prozent der Deutschen sparen beim Autofahren und 46 Prozent bei den Lebensmitteln. Außerdem 31 Prozent beim Strom, 30 Prozent bei der Kleidung und 24 Prozent beim Urlaub. Die Daten des neuen ARD-Deutschlandtrends zeigen, wie sehr ein einziges Thema derzeit die Stimmungslage der Deutschen beherrscht: die steigenden Preise. 69 Prozent der Befragten haben sich wegen der Inflation in den vergangenen Monaten bewusst fürs Sparen und gegen Geldausgaben entschieden.
85 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, die Entwicklung der Preise mache ihnen Angst. 62 Prozent spüren ernsthaft die Sorge, künftig mit ihrem Geld nicht mehr auszukommen; 49 Prozent sagen, dass sie nichts mehr zusätzlich sparen können - und nur 23 Prozent geben an, dass sie genug Geld haben und sich nicht einschränken müssen.
Die Sorgen schlagen laut der ARD-Umfrage auf die generelle wirtschaftliche und politische Stimmung der Deutschen durch:
Die Meinungsforscher sehen Indizien dafür, dass vor allem die Linkspartei von den Wirtschaftsturbulenzen profitiert. In der Umfrage wurde erhoben, welches Potential jede Partei hat, also wie viele Bürger sich vorstellen könnten, sie zu wählen. Die Linke kommt hier auf 22 Prozent - und würde der Sonntagsfrage zufolge derzeit von 13 Prozent gewählt (minus eins gegenüber Juni). Sie schöpft ihr Potential also "gegenwärtig ziemlich gut aus", schreiben die Experten.
Union und SPD haben den Daten zufolge ein Potential von 50 beziehungsweise 51 Prozent, kämen aber nur auf 36 und 25 Prozent (plus zwei, plus eins) - diese Zahl illustriert auf drastische Weise vor allem die Krise der Sozialdemokraten. Bei der FDP und den Grünen beträgt das Potential 40 und 38 Prozent, sie bekämen derzeit 12 und 11 Prozent (je minus eins).
Fast alle Politiker werden unbeliebter
Unzufriedenheit in der Bevölkerung zeigt sich auch in der verschlechterten Bewertung der deutschen Spitzenpolitiker: Mit Frank-Walter Steinmeier sind noch 67 Prozent zufrieden (minus 6), mit Kanzlerin Angela Merkel 66 (minus 5), mit Finanzminister Peer Steinbrück 52 (minus 2), mit Innenminister Wolfgang Schäuble 45 (plus 1), mit FDP-Chef Guido Westerwelle 40 (minus 11).
Erneut verschlechtert hat sich auch SPD-Chef Kurt Beck, er kommt nur noch auf 18 Prozent (minus 3). Die ARD-Meinungsforscher haben erstmals auch das Profil von Beck und Steinmeier verglichen. Der Parteivorsitzende führt dabei nur in zwei Punkten vor dem Außenminister, ansonsten liegt er hinten:
Insgesamt messen der Umfrage zufolge 73 Prozent der SPD-Anhänger einem Kanzlerkandidaten Steinmeier bessere Chancen bei.
plö
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