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28.07.2008
 

Krise der Parteien

CDU hat 800 Mitglieder mehr als SPD

Die CDU hat die SPD erstmals als Partei mit den meisten Mitgliedern überholt. Stolz verkündete CDU-General Pofalla: Die Christdemokraten haben rund 800 Mitglieder mehr als die Genossen. Im Abwind finden sich aber beide Volksparteien, die kleinen legen dagegen zu.

Berlin - Die CDU darf jetzt den Titel "mitgliederstärkste Partei Deutschlands tragen: Mit 530.755 Mitgliedern hat die Union erstmals in der bundesdeutschen Geschichte die SPD von ihrem Spitzenplatz verdrängt. Die genaue Zahl zum Stichtag 30. Juni gab CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla am Montag in Berlin bekannt: Die SPD hatte zum Stichtag 529.994 Mitglieder, also 761 weniger.

Dennoch verzeichnen beide große Parteien seit Jahren einen Abwärtstrend. Bei der SPD vollzieht sich die Minusentwicklung jedoch weitaus schneller. Im vergangenen Jahr verlor die SPD rund 20.000 Mitglieder. Bei der CDU gab es einen Schwund von rund 15.000 Mitgliedern.

Dabei sind es nicht nur Austritte unzufriedener Mitglieder, die für sinkende Zahlen und damit auch für sinkende Einnahmen sorgen. Das Durchschnittsalter in den Parteien steigt, bei der SPD hat es sich inzwischen auf 57 Jahre erhöht - Tendenz steigend. Entsprechend oft sind es Todesfälle, die die Bilanz nach unten ziehen.

Schon seit Monaten hatten sich die Mitgliederzahlen der beiden großen Volksparteien immer mehr angenähert. Zum Stichtag 31. Mai war der Abstand der CDU zu den Sozialdemokraten auf nur noch 438 Mitglieder geschmolzen. Im Monat davor hatte er noch 495 Mitglieder betragen und Ende März 1.625 Mitglieder.

Die Kleinen legen zu

Die drei Oppositionsparteien im Bundestag freuen sich über steigende Mitgliederzahlen. Die FDP hat aktuell 65.098 Mitglieder, wie Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz am Montag mitteilte. Das sei ein Nettozuwachs um 1020 Mitglieder im laufenden Jahr. Seit dem Jahr 2000 habe die FDP 1500 Mitglieder gewonnen. Auch die Grünen melden aktuell wachsende Mitgliederzahlen. Am 30. Juni gehörten der Partei 44.700 Mitglieder an, sagte ein Parteisprecher. Das waren 40 mehr als Ende April und 380 mehr als Ende 2007.

Die Linke hat nach Angaben von Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch seit Ende 2007 rund 2200 Mitglieder dazugewonnen. Ende Juni zählte die im vergangenen Jahr aus PDS und WASG fusionierte Partei 74.206 Mitglieder. Ende 2006 hatten die beiden Vorgängerparteien zusammen noch 69 000 Mitglieder, sagte Bartsch dem "Handelsblatt" vom Montag.

als/AP/dpa/ddp

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