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16.08.2008
 

Bundesagentur für Arbeit

Langzeitarbeitslose sollen Demenzkranke betreuen

Unterstützung für das überlastete Pflegepersonal: Die Bundesagentur für Arbeit will mehrere tausend Langzeitarbeitslose für einen Job in Heime vermitteln. Die neuen Arbeitskräfte sollen als Assistenten Demenzkranke betreuen.

Nürnberg/Berlin - Pflegeassistenten werden dringend gesucht - die Bundesagentur für Arbeit (BA) will nun Abhilfe schaffen und mehrere tausend Langzeitarbeitslose in Pflegeheime vermitteln. Sprecher der BA und des Bundesgesundheitsministeriums bestätigten am Samstag einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ).

Unterstützung für das Pflegepersonal: Langzeitarbeitslose sollen Demenzkranke betreuen
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AP

Unterstützung für das Pflegepersonal: Langzeitarbeitslose sollen Demenzkranke betreuen

"Hier kann etwas Gutes geleistet werden", sagte ein BA-Sprecher. Nach einer Weiterbildung könnten die Menschen als Pflegeassistenten etwa Demenzkranken vorlesen oder auch für sie einkaufen gehen.

Die zusätzlichen Betreuungsstellen werden durch die seit dem 1. Juli geltende Reform der Pflegeversicherung möglich. Nach dem neuen Pflegegesetz dürfen Heime pro 25 Demenzkranke jeweils eine zusätzliche Pflegekraft einstellen; die Kosten tragen die Pflegekassen. Dadurch könnten bundesweit etwa 10.000 Stellen geschaffen werden. Das Programm soll am 1. September starten.

30.000 Langzeitarbeitslose kommen potenziell in Frage

Derzeit würden überall in Deutschland Bewerberpools gebildet, sagte eine BA-Sprecherin der SZ. Teilnehmen könne jeder, der sich für die Arbeit in einem Heim interessiere und für eine Weiterbildung in Frage komme.

Die Pflegeassistenten sollen keine regulären Pflegekräfte ersetzen, sondern nach Angaben beider Sprecher den Kranken das Leben im Alltag erleichtern. Laut BA sollen für Fortbildungen vor allem solche Bewerber ausgewählt werden, die bereits Erfahrungen mit Pflege haben.

Unter den gemeldeten Arbeitslosen seien etwa 30.000 mit entsprechender Qualifikation. Als langzeitarbeitslos gilt jeder, der mehr als zwölf Monate ohne Job ist.

"Man muss sich für diesen Beruf entscheiden"

Laut SZ trifft die Suche nach Pflegeassistenten auf Kritik. "Man kann nicht jeden in so einen Beruf schicken", sagte der als Pflegeexperte bekannte Buchautor Claus Fussek aus München der Zeitung. Dem Bericht zufolge sollen die Arbeitslosen offenbar nur eine Kurzausbildung erhalten. Ein Entwurf des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sehe 160 Stunden Unterricht und einige Praktika vor.

Vergleichbare Lehrgänge in der Vergangenheit hätten 900 Stunden Schulung umfasst, sagte ein Sprecher der Deutschen Alzheimergesellschaft. Der GKV-Spitzenverband soll laut der Zeitung die Richtlinien am Dienstag beschließen.

Pflegevertreter äußerten sich skeptisch: "Demenz gleichzusetzen mit Basteln, Vorlesen und Spazierengehen, ist eine Unverschämtheit", sagte Helmut Wallrafen-Dreisow, Mitglied des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe. Die Grünen-Pflegeexpertin im Bundestag, Elisabeth Scharfenberg, kritisierte: "Man muss sich für diesen Beruf entscheiden und kann nicht hinein-entschieden werden."

Im Vordergrund: Die Eignung der Bewerber

Unionsfraktionschef Volker Kauder verteidigte das Vorhaben, auch Langzeitarbeitslose für diese Tätigkeit einzusetzen. "Wenn die Menschen für diese Aufgabe qualifiziert sind, ist das in Ordnung", sagte Kauder der "Bild am Sonntag".

Auch der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) signalisierte Unterstützung: Im Vordergrund müsse aber die menschliche Eignung der Bewerber stehen und nicht ihre schwere Vermittelbarkeit, sagte er der SZ.

Der BA-Sprecher betonte, die Bundesagentur werde darauf achten, dass nur Arbeitslose für entsprechende Fortbildungen ausgewählt werden, die geeignet seien und "einen pflegenden Aspekt in ihrem Lebenslauf haben". Auch müssten die dafür infrage kommenden Jobsucher eine gewisse Neigung zu einer solchen Arbeit haben und mit Pflegebedürftigen umgehen können. Wie viele interessierte Arbeitslose sich bereits bei den Arbeitsagenturen oder Jobcentern gemeldet haben, konnte er nicht sagen.

han/dpa/Reuters/ddp

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02.10.2008 von MarkH: ooo

Das ist lächerlich Ich wohne in einer Stadt mit Durchschnittsalter 62 Jahren. Hier braucht es einen Neuanfang und knapp 10000 Menschen fehlen. IN 20 Jahren wird die Stadt so gut wie leer stehen. Ältere Menschen müssen [...] mehr...

30.09.2008 von witha55: warum........?

Fortsetzug so viel von Langzeitarbeitslose an Demnezkranken arbeiten zu lassen ohne jegliche Vorbereitung oder Kenntnisse und ohne Fragen ob sie es möchten oder sich dafür eignen ... ach und Fahrgeld oder Bezahlung habe ich [...] mehr...

30.09.2008 von witha55: warum macht man so etwas mit uns ?

hallo guten Abend ich hätte mich wohl nie hier angemeldet aber da mich dieses Thema persönlich betrifft musste ich dieses los werden .. gestern hatte ich einen sogenannten Schnuppertag in einem Altenstift in Bayern auch ich bin [...] mehr...

29.08.2008 von mfg: ..wie ich das sehe..

Myril, stimmt schon; aber die Zustände in Pflegeheimen sind soo katastrophal, dass diese "Maßnahme" quasi der reinste Hohn ist und zu dem da mit unhaltbare Zustände in "Pflegeheimen" 'vorläufig mal wieder [...] mehr...

29.08.2008 von myril: ...

[QUOTE=utelputel;2657767] DAS habe ich gar nicht gesagt!!! Richtig zitieren hilft ungemein. ;) Das geht dann wieder Richtung Sterbehilfe und da scheiden sich ja die Geister. mehr...

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