Von Stefan Berg
Berlin - Die Parteizentrale der Linken hat noch am Montag auf die Veröffentlichung des SPIEGEL reagiert. Unter der Überschrift "Nachhut der Arbeiterklasse" hatte der SPIEGEL berichtet, wie frühere SED-Funktionäre, DKP-Kader und ehemalige Stasi-Offiziere auf der Homepage der Partei die DDR bejubeln. Noch am Montag nahm die Partei die entsprechenden Publikationen vom Netz.
Sie waren vom Parteizirkel "Marxistischen Arbeitskreis zur Geschichte der deutschen Arbeiterklasse" als "Geschichtskorrespondenz" veröffentlicht worden.
Darin hatte etwa ein früherer Stasi-Offizier erklärt, das Ministerium für Staatssicherheit müsse sich für die Bekämpfung "subversiver Elemente" nicht entschuldigen.
In anderen Texten war DDR-Staatschef Walter Ulbricht gefeiert worden. Zwar räumten die Altkader in den Beiträgen Fehlentwicklungen in der DDR ein, die Genossen sollten beim Blick in die Vergangenheit aber "nicht der Benennung von Fehlern den dominierenden Platz einräumen".
An der Spitze der DDR-Verklärer steht Hans Modrow, früherer Ministerpräsident der DDR, später Ehrenvorsitzender der PDS - heute ist er Chef des Ältestenrats der Linkspartei.
Die "Geschichtskorrespondenz" ist nun auf der Internet-Seite der Linken nicht mehr nachzulesen. Weil das Internet jedoch kaum etwas vergisst, sind die Inhalte über den Google Cache weiterhin abrufbar - so auch die "Gedanken zu Walter Ulbricht".
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