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20.08.2008
 

Erster NRW-Integrationsbericht

Eingebürgerte sind erfolgreicher als gebürtige Deutsche

Von Ferda Ataman

Das Klischee vom chancenlosen Migranten in Deutschland bekommt Kratzer. Nordrhein-Westfalens erster Integrationsbericht belegt, dass eingebürgerte Ausländer sogar häufiger Abitur machen als Jugendliche aus alten deutschen Familien - und auch sonst auffällig gut abschneiden.

Berlin - In den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik hießen sie Gastarbeiter - weil die meisten von ihnen nur zum Malochen gekommen waren. Als klar wurde, dass nicht alle wieder gehen würden, wurden diese im Sprachgebrauch zu Ausländern oder ausländischen Mitbürgern. Oder später zu Einwanderern oder Migranten.

Deutsch-türkische Schülerin: Viele Eingebürgerte machen Abitur
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DPA

Deutsch-türkische Schülerin: Viele Eingebürgerte machen Abitur

Doch nicht alle diese Menschen sind gleich - weshalb der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) für seinen ersten Integrationsbericht jetzt nicht einfach nur Ausländer und Deutsche vergleichen ließ. Sondern zum Beispiel auch eingebürgerte Ausländer. Oder Deutsche ohne jede Zuwanderungsgeschichte.

Das bemerkenswerte Ergebnis: Laschets Bericht, der an diesem Mittwoch vorgelegt wird, erlaubt erstmals Aufschlüsse darüber, was aus den rund 550.000 eingebürgerten Ausländern in Nordrhein-Westfalen geworden ist - und welche Erfolgsgeschichten diese oft schreiben.

Bisher gingen sie in der Statistik als Deutsche auf. Nicht so in Laschets Report: Um ihren Integrationsweg so gut wie möglich herauszufiltern, werden darin 13 größere Bevölkerungsgruppen separat betrachtet - zum Beispiel türkischstämmige Deutsche oder die Türken als größte Einwanderergruppe.

Der so ermöglichte Vergleich widerlegt nun das Vorurteil, dass jugendliche Migranten besonders schlechte Schulabschlüsse, Probleme bei der Ausbildung und keine Chancen am Arbeitsmarkt haben. Dies gilt nämlich nicht für jene Zuwanderer, die inzwischen einen deutschen Pass haben. Diese schaffen in der Regel sogar höhere Schulabschlüsse als gebürtige Deutsche. Die konkreten Erfolge der Neudeutschen:

  • Im Jahr 2006 hatten mehr als 30 Prozent der Eingebürgerten die Hochschulreife erlangt. Unter den nicht zugewanderten Deutschen brachten es rund 27 Prozent zum Abitur oder zu einem vergleichbaren Abschluss.
  • Auch auf dem Arbeitsmarkt zogen Ex-Ausländer mit den Alteingesessenen gleich. Mehr Eingebürgerte (10,7 Prozent) als gebürtige Deutsche (10,1 Prozent ) waren als Selbständige beschäftigt.
  • Die Erwerbsquote von Eingebürgerten lag bei 71,3 Prozent, nur rund zwei Prozentpunkte unter der gebürtiger Deutscher. Bei den Männern herrscht sogar Gleichstand.

Zuwanderer, die nicht eingebürgert wurden, schneiden dagegen in allen Bereichen schlechter ab als die Alt- und Neudeutschen. Nur knapp 15 Prozent von ihnen haben die Hochschulreife. 22 Prozent sind als arbeitslos registriert und knapp 15 Prozent brechen die Schule ab - beide Werte sind fast dreimal so hoch wie bei Deutschen.

"Das neue Bild über den Stand der Integration ist realistischer", sagt Laschet über seinen Bericht. Die bisherige Einteilung in Deutsche und Ausländer habe viele positive Geschichten überdeckt. Der deutsche Pass könne beim Erfolg eine Rolle spielen: "Hochqualifizierten kann es zwar egal sein, welchen Pass sie vorweisen, aber Zuwanderern mit mittleren Qualifikationen kann die deutsche Staatsbürgerschaft zum Beispiel die Jobsuche erleichtern", sagt Laschet.

Damit mehr Menschen davon profitieren, will das Bundesland im kommenden Monat mit einer Einbürgerungskampagne beginnen. Laschets zentrale Botschaft: "Wer sich einbürgert, wird mehr an der Gesellschaft beteiligt."

Der Bericht enthält auch eine Botschaft an den Bund: Das neue Zuwanderungsrecht von 2007 habe es nicht geschafft, Deutschland für Ingenieure und andere Hochqualifizierte aus der Restwelt attraktiver zu machen. Seit der Reform können Ausländerbehörden interessierten Nachwuchskräften eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erteilen, wenn sie ein Jahresgehalt in Deutschland von mindestens 85.500 Euro nachweisen können. Früher war der Betrag noch höher angesetzt. Inzwischen hat die Bundesregierung weitere Schritte in Aussicht gestellt, um mehr ausländische Fachkräfte nach Deutschland zu locken.

Fest steht: Die aktuellen Möglichkeiten, in Deutschland Fuß zu fassen, fanden dem neuen Bericht zufolge im vergangenen Jahr offenbar nur 24 von ihnen attraktiv. Die Zahl der Selbständigen, die mit Eigenkapital und Ideen nach Deutschland kommen, lag bei 82. Attraktivität sieht anders aus.

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insgesamt 125 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
31.08.2008 von drum: Warum....

schreiben Sie eigentlich immer solch provokanten Tinnef? Jeder, der die Studie kennt, weiß, dass Laschet sich bei der Präsentation z.B. im WDR ausschließlich auf die Schokoladenstückchen beschränkt hat. Von der, nach wie vor, [...] mehr...

31.08.2008 von Dr. Allesklar: tut er doch

Solche vergleichsweise differenzierten Betrachtungen fehlen in dem angesprochenen Beitrag allerdings, und das sicherlich nicht ohne Grund. Vielmehr hat der Mitforist versucht, den Eindruck zu erwecken, die Studie sei falsch. mehr...

30.08.2008 von Dr. Allesklar: .

Gehe ich Recht in der Annahme, daß Sie ausschließlich den Untersuchungen glauben schenken, die Ihre eigenen Vorurteile und Ressentiments zu bestätigen scheinen? mehr...

30.08.2008 von drum: ???

Wie können Sie denn nur eine solche Frage stellen? Das ist politisch ausgesprochen unerwünscht! Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass die gut in die deutsche Gesellschaft integrierten Migranten strebsam, bildungs- und [...] mehr...

30.08.2008 von drum: Robert Spencer - Freedom of Speech .....

Richtig! Dabei könnte schon heute jeder so "richtig Augen machen". Ich erlaube mir mal, Ihren Hinweis auf interessante Info-Quellen etwas deutlicher hervor zu heben: http://demokratie.blip.tv Besten Dank für [...] mehr...

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