Berlin - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) fordert nach Informationen des SPIEGEL einen Umbau des Steuersystems. In einem Strategiepapier schlägt er vor, im Rahmen einer "ökologischen Industriepolitik" zahlreiche Steuerarten grundlegend zu reformieren. Danach soll die Mehrwertsteuer für zahlreiche Waren, die Natur oder Klima schonen, auf sieben Prozent gesenkt werden. Im Gegenzug will Gabriel die Steuer bei anderen Produkten auf den üblichen Satz von 19 Prozent anheben. Ziel sei es, der Bevölkerung "einen Anreiz für den Kauf umweltfreundlicher Konsumprodukte zu geben".
Gabriel: "Anreiz für den Kauf umweltfreundlicher Konsumprodukte"
Die geltenden Regeln für die Dienstwagenbesteuerung begünstigten Oberklasse- und Geländewagen. "Mit Fug und Recht" dürfe in vielen Fällen bezweifelt werden, "dass die Geländegängigkeit den dienstlichen Belangen nutzt". Eine Neuregelung müsse Anreize zum Kauf sparsamer und CO2-armer Fahrzeuge setzen.
Stark macht sich das Umweltministerium zudem für eine neuartige Steuer auf Kernbrennstoffe.
Die Abgabe soll einen Cent pro Kilowattstunde betragen. Dadurch ließen sich bei den Energiekonzernen "ungerechtfertigte Extraprofite abschöpfen und Einnahmen für den erforderlichen nachhaltigen Umbau unserer Industriegesellschaft generieren". Auswirkungen auf den Endverbraucherpreis erwartet das Ministerium nicht. Noch Ende Juni hatte das Umweltministerium dementiert, eine entsprechende Steuer zu planen.
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