Berlin - Ein Grüner jongliert mit Reizwörtern: Der designierte Grünen-Chef Cem Özdemir kann sich den Neubau von Kohlekraftwerken vorstellen, wenn die CO2-Emissionen trotzdem sinken. "Vielleicht gibt es ein intelligentes Modell, bestehende und neue Kapazitäten so zu verrechnen, dass man unterm Strich die CO2-Emissionen Jahr für Jahr senkt", sagte Özdemir dem "Handelsblatt".
"Wenn man das über den Emissionshandel hinkriegt, können wir darüber reden." Bisher fordern die Grünen ein "Kohle-Moratorium", mit dem sie den Bau neuer Kohlekraftwerke verhindern wollen. Danach sollen erst dann wieder neue Kraftwerke gebaut werden dürfen, wenn der Traum vom CO2-freien Kohlekraftwerk Realität ist.
Özdemir plädiert für einen "gesellschaftlichen Deal" mit der Energiewirtschaft über die Zukunft der Kohle. "Entscheidend ist, dass wir nicht auf Dauer in der Kohle drinhängen", sagte Özdemir, der sich um die Nachfolge des bisherigen Parteichefs Reinhard Bütikofer bewirbt.
Denn dann fehle der Anreiz, "alle Anstrengungen auf die erneuerbaren Energien zu richten." Die Grünen wollen bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien insgesamt auf fast 30 Prozent, beim Strom sogar auf 43 Prozent steigern.
fat/AFP/ddp
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