München - Zwei Wochen vor der Landtagswahl wächst bei der CSU die Nervosität: Für mögliche Verluste der bayrischen Unionspartei bei der Landtagswahl macht Ministerpräsident Günther Beckstein die Große Koalition verantwortlich. "Wir werden für die Kompromisse, die die Union dort machen muss, in Bayern in Haftung genommen", sagte Beckstein vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. "Das erleben wir täglich im Wahlkampf - und das kostet am 28. September Stimmen."
Bayrischer Ministerpräsident Beckstein: "Die Große Koalition kostet uns Stimmen"
Ausdrücklich wehrte er sich gegen Spekulationen der SPD, er befürchte eine Niederlage am 28. September und wolle deshalb den "Schwarzen Peter" nach Berlin weiterreichen: Sein Ziel für die CSU laute weiter "50 plus X".
Auch der CSU-Vorsitzende Erwin Huber zeigt sich zuversichtlich und zugleich defensiv: Seine Partei werde bei der Landtagswahl nicht unter die 50-Prozent-Marke rutschen. Die CSU gehe "selbstbewusst und mit großer Motivation" in den Endspurt des Wahlkampfes. Er fügte hinzu: "Wir haben Rückenwind aus der ganzen Partei."
Auf die Frage, ob die Große Koalition in Berlin Stimmen kosten werde, reagierte Huber positiver als Beckstein: Es mache "das Gewicht Bayerns und der CSU aus", dass seine Partei in Berlin mitregiere.
Bei ihrer letzten Vorstandssitzung vor der Landtagswahl sucht die CSU nach neuen Strategien, um die Wähler zu überzeugen. In den zwei Wochen vor dem Wahltag werde die CSU auf wenige Kernbotschaften setzen, sagte Generalsekretärin Christine Haderthauer. Im Mittelpunkt soll die Warnung stehen, dass ein Machtverlust der CSU einen Abstieg Bayerns nach sich ziehen würde. Jede Stimme für eine andere Partei sei eine Stimme für den Abstieg Bayerns, sagte Haderthauer.
Die stellvertretende Parteivorsitzende Barbara Stamm warnte vor Unruhe in der Partei. "Ein bisschen weniger nervös wäre vielleicht auch nicht schlecht", sagte Stamm. Am Wahltag müsse die CSU "auf dem Höhepunkt" sein, sagte Ministerpräsident Günther Beckstein. Weiteres Thema der Vorstandssitzung ist die Gesundheitsreform.
fat/ddp/AP/dpa
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