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27.09.2008
 

Festnahme am Flughafen Köln-Bonn

Fahnder hatten Islamisten wochenlang im Visier

Die Festnahme der beiden mutmaßlichen Terroristen am Flughafen Köln-Bonn war kein Zufallstreffer: Nach SPIEGEL-Informationen hatte der Verfassungsschutz Omar D. und Abdirazak B. seit Wochen im Visier. Als die Fahnder einen verdächtigen Brief entdeckten, schlugen sie zu.

Hamburg - Die Festnahme am Flughafen Köln-Bonn war Ergebnis einer lang angelegten Operation des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), das bereits seit Wochen eine Gruppe junger Fanatiker aus der Region Bonn im Visier hat: Einige der offenbar zum Aufbruch in den "Heiligen Krieg" Entschlossenen haben ihre Wohnungen bereits gekündigt oder sich von Freunden verabschiedet, der geplante Flug von Omar D. und Abdirazak B. nach Entebbe in Uganda war offenbar Teil einer geplanten Ausreisewelle.

Fahndungsplakate hängen auf dem Flughafen Köln-Bonn: Ein Sondereinsatzkommando nahm zwei Terrorverdächtige fest
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DPA

Fahndungsplakate hängen auf dem Flughafen Köln-Bonn: Ein Sondereinsatzkommando nahm zwei Terrorverdächtige fest

Einer vertraulichen Analyse des BfV zufolge sind in den vergangenen Jahren 50 Extremisten aus Deutschland zu Aufenthalten in Ausbildungslagern von Terroristen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufgebrochen. Der Zugriff in der KLM-Maschine am Freitagmorgen erfolgte, nachdem Ermittler im Fluggepäck von Omar D. den Brief eines Familienangehörigen entdeckt hatten, aus dem hervorging, dass der 23-jährige Deutsche aus Rheine sich verabschiedet habe, um in den Dschihad zu ziehen.

Im Vorfeld hatten die Behörden bereits erwogen, Omar D. den Reisepass zu entziehen. Die Ermittler vermuten, dass die beiden Verdächtigen nach Pakistan weiterreisen wollten. Aber auch auf einen möglichen Anschlag in Afrika gab es Hinweise. In Uganda gibt es einige bekannte jüdische Einrichtungen, deshalb waren auch die US-amerikanische und die israelische Regierung informiert.

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Zwischen Omar D. und Abdirazak B. sowie dem als Terrorverdächtigen gesuchten deutschen Konvertiten Eric Breininger existiert zumindest eine indirekte Verbindung. Alle drei kennen einen Bonner Mann namens Mohammed B., der im Verdacht steht, junge Gotteskrieger-Rekruten nach Pakistan zu vermitteln. An Omar D., der an einer niederländischen Universität studierte, beobachtete sein ehemaliger Mitbewohner Michael K. seit etwa eineinhalb Jahren einen schleichenden Wandel: "Gebetet hat Omar schon immer, aber er wurde immer extremer", so K.

Ein Bekannter von Abdirazak B., den seine alten Kumpels aus dem Bonner Sportverein Brüser Berg nur "Zak" nennen, bekam vor zwei Wochen einen letzten Anruf: "Er hat geweint und gesagt, dass wir uns bemühen müssen, ins Paradies zu kommen und wollte sich unbedingt mit mir treffen." Heute glaubt er, dass "Zak" sich womöglich von ihm verabschieden wollte.

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