München - Die CDU war bei den Bundestagswahlen bisher auch auf die meist herausragenden Ergebnisse der CSU in Bayern angewiesen. Selbst ein für CSU-Verhältnisse schlechtes Resultat wie 2005 setzte Wegmarken: Vor drei Jahren sicherten 49,2 Prozent für die CSU unter ihrem damaligen Parteichef Edmund Stoiber im Freistaat der Gesamt-Union einen knappen Vorsprung vor der SPD. Ohne CSU gäbe es also keine Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Mit den im Schnitt 27,8 Prozent für die CDU in den übrigen 15 Bundesländern kamen die beiden in einer Fraktionsgemeinschaft verbundenen Parteien 2005 auf zusammen 35,2 Prozent. Von den 226 Mandaten entfielen 46 auf die CSU, eine Quote von 20,4 Prozent.
Für die in Bayern bisher fest verankerte CSU waren absolute Mehrheiten bei Landtagswahlen, aber auch bei Bundestagswahlen meist normal. Bei 16 Bundestagswahlen seit 1949 erzielte sie zwölfmal absolute Stimmenmehrheiten. Durchgängig war dies der Fall in den Jahren 1957 bis 1994. Als Franz Josef Strauß (CSU) 1980 als Kanzlerkandidat antrat, war er in Bayern mit 57,6 Prozent sehr erfolgreich. Im übrigen Bundesgebiet konnte er jedoch nur ein Drittel der Wähler überzeugen.
Vier Jahre zuvor waren die Unionsparteien mit Helmut Kohl (CDU) als Kanzlerkandidat gescheitert, obwohl die bayerische Schwester ein Spitzenergebnis von 60 Prozent verbucht hatte. Der Streit gipfelte im - wenig später von der CSU wieder zurückgenommenen - Kreuther Beschluss zur Auflösung der Fraktionsgemeinschaft.
ler/dpa
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