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02.10.2008
 

Umfrage

Merkel beliebter als Steinmeier

Die SPD erhoffte sich Aufwind von der Nominierung Frank-Walter Steinmeiers zum Kanzlerkandidaten - aber davon ist dem ARD-"Deutschlandtrend" zufolge nicht viel zu spüren: Kanzlerin Merkel löste den Außenminister an der Spitze der beliebtesten Politiker ab. Sie wird auch für führungsstärker gehalten.

Köln/Berlin - Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers würden sich dem ARD-"Deutschlandtrend" zufolge 53 Prozent für Angela Merkel entscheiden - das ist ein Plus von fünf Prozentpunkten für die CDU-Politikerin gegenüber dem Vormonat. Der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier käme unverändert auf 32 Prozent.

Spitzenpolitiker Steinmeier und Merkel: Sympathiebonus für die Kanzlerin
AFP

Spitzenpolitiker Steinmeier und Merkel: Sympathiebonus für die Kanzlerin

Auf der Liste der beliebtesten Politiker löste Merkel Steinmeier sogar an der Spitze ab, wie die am Donnerstag veröffentlichte Infratest-dimap-Umfrage im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" weiter ergab. 69 Prozent (plus sechs) sind mit ihrer Arbeit zufrieden, 68 Prozent (plus eins) mit seiner. Auf dem dritten Platz folgt der designierte SPD-Parteichef Franz Müntefering mit 54 Prozent Zustimmung - er büßte aber acht Punkte im Vergleich zum Vormonat ein.

Auch beim Profilvergleich liegt die CDU-Vorsitzende im Vergleich zum Vizekanzler in den meisten Punkten klar vorn. Die Bürger sind demnach der Ansicht, Merkel sei "die stärkere Führungspersönlichkeit" (57:25), "besser mit den Problemen der Bürger vertraut" (45:19), habe "den größeren wirtschaftspolitischen Sachverstand (45:21) und gebe "in der Öffentlichkeit die bessere Figur ab" (42:37). Die Kanzlerin wird zudem für sympathischer (45:29), glaubwürdiger (43:21) und verlässlicher (41:19) als Steinmeier gehalten.

In der sogenannten Sonntagsfrage müssen sowohl Union als auch SPD leichte Einbußen hinnehmen. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die Union einen Punkt verlieren und käme auf 35 Prozent.

Die SPD würde ebenfalls einen Punkt einbüßen und 25 Prozent erreichen. Die FDP legt um zwei Punkte zu und kommt auf 13 Prozent. Die Grünen gewinnen einen Punkt und liegen bei elf Prozent. Ebenfalls elf Prozent erreicht die Linke, die im Vergleich zum September zwei Punkte verliert.

Auf dem Gebiet der Finanzpolitik trauen nur 24 Prozent der Bürger der SPD am ehesten zu, "für ein gerechtes Steuer- und Abgabensystem zu sorgen". Über die Union denken dies 21 Prozent, über die FDP 13 Prozent, über die Linke fünf Prozent und über die Grünen drei Prozent. 21 Prozent trauen dies keiner Partei zu. Nur jeweils 17 Prozent trauen Union und SPD am ehesten zu, "sorgsam mit dem Geld des Steuerzahlers umzugehen", 40 Prozent trauen dies keiner Partei zu.

Infratest dimap befragte am 29. und 30. September 1000 Wahlberechtigte, zur Sonntagsfrage vom 29. September bis 1. Oktober 1500 Wahlberechtigte.

hen/dpa

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