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14.10.2008
 

Bundespräsidenten-Kandidat

Linke will Schauspieler Sodann gegen Köhler und Schwan ins Rennen schicken

Von Björn Hengst

Jetzt steht es fest: Der Schauspieler Peter Sodann soll am Nachmittag als Bundespräsidenten-Kandidat der Linken verkündet werden. Der 72-Jährige ist eine Verlegenheitslösung - nach erfolglosen Anfragen der Partei bei prominenten Frauen.

Hamburg - Peter Sodann soll Bundespräsidenten-Kandidat der Linkspartei werden. Das wurde SPIEGEL ONLINE aus der Parteispitze bestätigt. Der 72-jährige Schauspieler aus Halle, der als ehemaliger "Tatort"-Kommissar bundesweit bekannt ist, soll im kommenden Mai gegen die Kandidaten von Union und SPD, Amtsinhaber Horst Köhler und Gesine Schwan, antreten. An diesem Dienstag um 14.30 Uhr soll seine Kandidatur nach der Fraktionssitzung der Linkspartei öffentlich verkündet werden.

Schauspieler Sodann (bei Linken-Gründungsparteitag): Kandidat für 2009
DDP

Schauspieler Sodann (bei Linken-Gründungsparteitag): Kandidat für 2009

Sodann war schon länger im Gespräch, gilt für die Genossen aber eher als Verlegenheitslösung. Ziel der mit der Suche betrauten Spitzengenossen Oskar Lafontaine und Gregor Gysi war ursprünglich vor allem, eine Frau als Kandidatin zu gewinnen.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurden unter anderem erfolglos Gespräche mit der Schauspielerin Hanna Schygulla und der Autorin Daniela Dahn geführt, außerdem mit Margot Käßmann, der Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Käßmann weist diese Darstellung aus der Linkspartei allerdings zurück. Sie sagt, es habe keine Gespräche über eine mögliche Bundespräsidenten-Kandidatur gegeben.

Sodann hatte 2005 schon mit einer Kandidatur um einen Bundestagssitz für die Linkspartei geliebäugelt, zog aber nach Druck des MDR, seines damaligen Arbeitgebers, zurück. Jetzt gab es in der Linkspartei Bedenken, ob der Kandidat nicht erneut wackeln würde.

Sodanns Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl gilt wegen der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung als chancenlos. Seit langem wird darüber spekuliert, dass sich die Vertreter der Linken in einem zweiten oder dritten Wahlgang für die SPD-Kandidatin Schwan entscheiden könnten. Dies will die Parteiführung aber bis kurz vor der Wahl offen lassen.

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