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19.10.2008
 

Deutsche-Bank-Chef gegen "Tatort"-Kommissar

Ackermann wehrt sich gegen Sodann-Kritik

Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat empört auf Äußerungen von Peter Sodann reagiert, ihn am liebsten hinter Gittern zu sehen. Der Kandidat der Linken für das Amt des Bundespräsidenten wurde von seinem Parteichef Gysi allerdings in Schutz genommen: Peinlich seien allein westdeutsche Journalisten.

Berlin - Der ehemalige "Tatort"-Kommissar Sodann hatte vorige Woche in einem Interview erklärt, als echter Polizist würde er Ackermann verhaften. Darauf reagierte der Chef der Deutschen Bank jetzt in einem Interview in der "Bild am Sonntag". Es sei "ungeheuerlich, dass jemand so etwas sagt, der für das höchste Amt in einem Rechtsstaat kandidiert". Ackermann fügte hinzu: "Mir wird langsam Angst um dieses Land." Peter Sodann wurde vergangene Woche als Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen.

Schauspieler Sodann nach seiner Nominierung: "In gehässiger Weise diskreditiert"
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AP

Schauspieler Sodann nach seiner Nominierung: "In gehässiger Weise diskreditiert"

Der Deutsche-Bank-Chef warnte davor, dass die Finanzkrise den Gedanken der Marktwirtschaft und des freien Unternehmertums beschädigt. "Die Feinde der Freiheit und der Marktwirtschaft sehen jetzt ihre Stunde gekommen. Aber sie sollten sich nicht zu früh freuen. Die Marktwirtschaft hat aus Krisen immer gelernt und ist dadurch immer besser geworden. So wird es auch diesmal sein."

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, nahm seinen Kandidaten unterdessen in Schutz und wies die Kritik verschiedener Medien an Sodann zurück. "Käme eine vergleichbare Persönlichkeit aus dem Westen, würde es wohl keine so ehrabschneidenden Kommentare geben", sagte Gysi in einem Interview der Zeitschrift "Super Illu". Die Reaktionen eines Teils der westdeutschen Medien zeigten, "dass bei manchen der Kalte Krieg in den Köpfen fortwirkt".

Sie seien einfach überfordert mit der Vorstellung, dass ein Mann aus dem Volk und aus der Kultur der höchste Repräsentant dieses Staates werden könnte. "Peinlich ist nicht Peter Sodann, sondern der kleine Teil von westdeutschen Journalisten, die ihn in gehässiger Weise diskreditieren. In ihren Augen ist er eben nur ein Ossi", fügte Gysi hinzu. Der Schauspieler hatte in dem Interview auch gesagt, Deutschland sei für ihn keine Demokratie. Daraufhin hielten Union, FDP, SPD und Grüne Sodann vor, dem Amt des Bundespräsidenten nicht gewachsen zu sein.

sam/dpa/ddp

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