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20.10.2008
 

Streit um Sodanns Knastsprüche

Lafontaine wünscht sich viele Bankmanager im Gefängnis

Josef Ackermann ist entsetzt - doch die Linke lässt nicht locker. Nachdem Präsidentschaftskandidat Peter Sodann den Deutsche-Bank-Chef ins Kittchen gewünscht hat, springt ihm jetzt Oskar Lafontaine bei: Der Linksparteichef fordert gleich auch "viele andere" hinter Schloss und Riegel.

Berlin - Josef Ackermann ins Gefängnis? Dieser Vorschlag reicht dem Parteichef der Linken, Oskar Lafontaine, nicht. Er fordert härtere Vorschriften für die Managerhaftung. "Leider haben wir zu bescheidene Vorschriften zur Managerhaftung. Und die, die wir haben, werden noch nicht einmal angewandt", sagte Lafontaine der "Stuttgarter Zeitung". "Hätten wir da ordentliche Gesetze, dann müssten jetzt einige hinter Schloss und Riegel."

Kandidat Sodann, Parteichef Lafontaine: "Erfrischende Empörung"
DPA

Kandidat Sodann, Parteichef Lafontaine: "Erfrischende Empörung"

Lafontaine sprang damit Peter Sodann bei, dem Kandidaten der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten. Der ehemalige Tatort-Kommissar hatte gesagt, wenn er tatsächlich Polizist wäre, würde er Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verhaften.

Der 72-jährige Schauspieler, der bei der Präsidentenwahl im Mai kommenden Jahres gegen Amtsinhaber Horst Köhler und SPD-Bewerberin Gesine Schwan antritt, war wegen seiner Äußerung heftig kritisiert worden.

Ackermann selbst hatte sich empört gezeigt. "Ich finde es ungeheuerlich, dass jemand so etwas sagt, der für das höchste Amt in einem Rechtsstaat kandidiert", sagte Ackermann der "Bild am Sonntag". "Mir wird langsam Angst um dieses Land."

Lafontaine sagte nun allerdings, er finde es "erfrischend, wenn ein ehemaliger Tatort-Kommissar so empört ist über die verzockten Summen, dass er dies für strafrechtlich relevant hält". Er allerdings "würde da nicht nur an Herrn Ackermann, sondern an viele andere denken, die ebenfalls an dieser Zockerei beteiligt waren".

ffr/ddp/dpa/AP

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