Sarkozy: Verstaatlichungspläne beeindrucken die Deutschen
Unter der deutschen Bevölkerung findet ein solches Vorgehen jedoch Beifall. Nach einer Umfrage im Auftrag der Hamburger Zeitschrift "Stern" würde eine große Mehrheit der Bundesbürger die Schlüsselindustrien Deutschlands gerne unter den besonderen Schutz des Staates stellen. Das Ergebnis dürfte vor allem die bürgerlichen Parteien überraschen: Unter den Befürwortern sind auch viele Anhänger von Union und FDP.
| Umfrage: An welchen Branchen sich der Staat nach Meinung der Deutschen beteiligen soll (nach Parteipräferenzen) | ||||||
| Wähler gesamt | CDU/CSU | SPD | FDP | Grünen | Linken | |
| Energiewirtschaft | 77 | 73 | 83 | 70 | 84 | 78 |
| Banken und Versicherungen | 64 | 61 | 76 | 58 | 67 | 73 |
| Fluglinien, Bahn und Post | 60 | 58 | 70 | 46 | 74 | 66 |
| Chemie und Pharma | 45 | 39 | 51 | 35 | 54 | 53 |
| Telekommunikation | 40 | 39 | 41 | 38 | 38 | 46 |
| Landwirtschaft | 40 | 33 | 37 | 25 | 44 | 42 |
| Elektroindustrie | 35 | 35 | 34 | 26 | 33 | 33 |
| Immobilienwirtschaft | 31 | 23 | 40 | 28 | 37 | 26 |
| Automobilindustrie | 26 | 24 | 26 | 23 | 29 | 23 |
| Quelle: "Stern", Forsa-Umfrage mit 1001 Befragten am 22./23.10. | ||||||
Am größten ist die Zustimmung zur Verstaatlichung der Strom- und Gaskonzerne. 77 Prozent der Deutschen wünschen dies. 84 Prozent der Grünen sind dafür und sogar knapp drei Viertel der Unionsanhänger (73 Prozent) sowie 70 Prozent der FDP-Wähler. Aus Sicht der meisten Bürger sollten auch die Finanzindustrie wie Banken und Versicherungen (64 Prozent) und Logistikunternehmen wie Fluglinien, Bahn und Post (60 Prozent) zumindest teilweise staatlich sein.
Erstaunlich viele Staatsgläubige gibt es auch mit Blick auf die Branchen Chemie und Pharmazie. Die Mehrheit der Anhänger der Grünen (54 Prozent), der Linkspartei (53 Prozent) und von der SPD (51 Prozent) würden den Industriezweig gern stärker staatlicher Kontrolle unterwerfen.
Bei der Umfrage des Forsa-Instituts wurden 1001 Menschen am 22. und 23. Oktober befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus drei Prozentpunkten.
asc
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