• Drucken
  • Senden
  • Feedback
11.11.2008
 

Druck aus Bayern

Kompromiss zur Erbschaftsteuer in Gefahr

Der Koalitionskompromiss zur Erbschaftsteuer droht zu scheitern: Auch auf Druck des bayerischen Regierungspartners FDP erwäge die CSU, die erst vergangene Woche vereinbarte Reform zu kippen, heißt es in einem Zeitungsbericht.

Berlin - Der Erbschaftsteuer-Kompromiss wackelt wieder: Weil CSU und FDP Bedenken gegen die Reform haben, ist die vergangene Woche von den Koalitionsspitzen in Berlin nach langen Verhandlungen beschlossene Einigung in Gefahr.

Hintergrund sei die noch offene Frage, ob in der bayerischen Landesregierung und damit auch im Bundesrat der CSU-Koalitionspartner FDP den Kompromiss mittrage, berichtet die "Bild"-Zeitung. "Die FDP hat in Bayern eine Schlüsselposition, um diesen unerträglichen Kompromiss zu verhindern", sagte Vizechef Rainer Brüderle dem Blatt.

Der Kompromiss sei auch in der CSU heftig umstritten, heißt es in dem Bericht weiter. In der gemeinsamen Sitzung des CSU-Vorstandes am Montag in München mit Parlamentariern der Berliner CSU-Landesgruppe habe es 18 überwiegend kritische Wortmeldungen gegeben. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer habe versichert: "Die Landesgruppe wird in Berlin nicht anders abstimmen als das Land Bayern."

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler habe in der Sitzung einen Acht-Punkte-Katalog mit offenen Fragen präsentiert, unter anderem zum Wohnerbe von Kindern und zu den Auflagen für Familienbetriebe, schrieb das Blatt. Der CSU-Mittelständler Hans Michelbach fordere Nachbesserungen. CSU-Rechtsexpertin Daniela Raab und Familienpolitikerin Maria Eichhorn hätten darauf bestanden, dass Geschwister, Neffen und Nichten beim Erbe steuerlich besser gestellt sein müssten als Nichtverwandte.

CSU-Chef Horst Seehofer, der den Erbschaftsteuer-Kompromiss der Koalitionspartner auf der Vorstandssitzung seiner Partei verteidigt hatte, kündigte später vor Journalisten an, dass man "über den Tag hinaus" eine erneute Reform dieser Abgabe anstrebe. Er meinte die Regionalisierung: Nicht mehr der Bund, sondern die einzelnen Länder sollen demnach über Steuersätze und Freibeträge entscheiden.

Dies sei "in der mittel- und langfristigen Betrachtung" notwendig. Seehofer setzte hinzu, dass er im Falle einer solchen Reform auch eine regional verschiedene Besteuerung innerhalb Bayerns für möglich halte. Voraussetzung dafür: Eine Koalition aus CDU, CSU und FDP nach der Bundestagswahl im Herbst 2009. Dann werde "das Thema Regionalisierung anstehen", so Landesgruppenchef Ramsauer.

als/sef/ddp

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 3000 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
29.09.2010 von Runzelrocker: Erbschaftssteuer

[QUOTE=Halodri73;6312450] Die Einkünfte aus Erbe werden sowieso versteuert, in eine der 7 Einkunftsarten werden die schon fallen. Es käme nur der § 22 EstG in betracht. Die 7 Eínkunftsarten betreffen nur und ich betone nur die [...] mehr...

29.09.2010 von boell:

>Schön wärs ja, aber ! Wer sich fleissig werkelnd, bankverschuldend ein Eigenheim erstanden hat, steht blöd da. Er muss sein Haus sanieren, weil die 14 täglich sich ändernden Umweltvorschriften das erfordern, kostet ja [...] mehr...

29.09.2010 von Runzelrocker: Erben

[QUOTE=ferg;6309978]Ganz so einfach ist das ja nun auch nicht ;). Immobilien werden dort der Erbschaftssteuer unterworfen, wo sie Belegen sind. Das heißt wenn man ein Grundstück vererbt oder verschenk, welches in Deutschland [...] mehr...

29.09.2010 von .100:

Na und, muss immer jeder und alles mit jedem und allem in Konkurrenz zueinander stehen? Sind wir in Deutschland solch eine Neidgesellschaft geworden? mehr...

29.09.2010 von kdshp:

Hallo, aber vermögen wächst doch auch! Eine villa die 1980 10mil in berlin gekostet hat ist heute 35mil wert. Oft wird grund und boden gekauft weil man weiß das der im wert steigt und man so viel vererben kann. Für firmen gibts [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP