Mittwoch, 10. Februar 2010

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Kampf gegen moderne Piraten

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19.11.2008
 

Horn von Afrika

Bundestag soll Anti-Piraten-Mission im Eilverfahren beschließen

Die Bundesregierung nimmt den Kampf gegen die Piraten auf. Noch im Dezember soll der Bundestag eine Beteiligung der Bundeswehr an einer EU-Mission beschließen. Deutsche Soldaten sollen am Horn von Afrika eingreifen.

Berlin - Die Regierung will den Bundestag möglichst bis Ende des Jahres über die deutsche Beteiligung an der EU-Mission zur Piratenbekämpfung entscheiden lassen. Man hoffe auf eine Befassung des Parlaments noch im Dezember, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Berlin.

Nach einem Bericht der "Welt" hat die Regierung inzwischen den internen Streit über die Befugnisse der deutschen Soldaten beendet. Das Kabinett werde am 3. Dezember über eine Beteiligung am Kampf gegen die Piraten entscheiden. Der Ministeriumssprecher äußerte sich dazu nicht. Er könne zu Inhalten nichts sagen, da der Abstimmungsprozess noch laufe.

Nach einem Beschluss der Außenminister der Europäischen Union (EU) sollen die Marine-Einheiten am Horn von Afrika bis Ende Dezember einsatzbereit sein. Geplant ist die Entsendung von mindestens fünf Schiffen sowie mehreren Aufklärungsflugzeugen. Deutschland will sich mit einer Fregatte beteiligen.

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Piratennest Puntland

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Die vier zuständigen Bundesministerien (Verteidigung, Außen, Innen und Justiz) hätten auf Staatssekretärsebene ein Verfahren vereinbart, nachdem die Marine gegen Piraten vorgehen darf, berichtet die "Welt". Streitpunkt war, ob Soldaten bei dem Einsatz Polizeiaufgaben übernehmen dürfen. Dazu gehört zum Beispiel die Verhaftung von Piraten. Der Zeitung zufolge würde unter Umständen ein Vertreter der Bundespolizei eingeflogen, um einen Haftbefehl zu vollstrecken.

Die Piraten vor Somalia haben derweil zwei weitere Schiffe in ihre Gewalt gebracht. "Das gerät völlig außer Kontrolle", sagte Noel Choong vom Internationalen Büro für Seeschifffahrt (IMP) in Malaysia, das die Aktionen der Seeräuber registriert.

DIE NATO-KRIEGSSCHIFFE IM GOLF VON ADEN

Flaggschiff und Zerstörer "Durand de la Penne"

Der italienische Zerstörer ist ein 5000-Tonnen-Mehrzweckkriegsschiff. Es dient der Abwehr von Luft- und U-Boot-Angriffen - letztere werden im Golf natürlich keine Rolle spielen. Bei Landgang und Küstenbombardierungen kann der Zerstörer Schützenhilfe leisten. Dieses erste Schiff der De-la-Penne-Serie wurde 1993 in Betrieb genommen. Der italienische Admiral Giovanni Gumiero führte den Nato-Flottenverband, bevor das Schiff zur Anti-Piraterie-Mission geschickt wurde.

Fregatte "Themistokles"

Fregatte "Cumberland"

Die jüngsten Opfer der Piraten im Golf von Aden waren am Dienstag ein thailändisches Schiff mit 16 und ein iranischer Frachter mit 25 Besatzungsmitgliedern. Damit wurden allein in dieser Woche bereits acht Schiffe gekapert. Seit Beginn des Jahres waren es 39. Die Zahl aller registrierten Angriffe von Piraten in der Region beläuft sich inzwischen schon auf 95.

Vor der Küste Somalias wurde auch eine indische Fregatte von Seeräubern angegriffen. Die Marine schoss zurück und versenkte das Piraten-Mutterschiff.

"Es gibt keine entschlossene Abschreckung, deswegen dauern die Piratenangriffe weiter an", sagte Choong. "Diese kriminellen Aktivitäten blühen, weil die Risiken gering und die Ausbeute äußerst hoch sind." Bisher seien die Angriffe noch auf die unmittelbare Küstenregion vor Somalia beschränkt gewesen. Inzwischen würden aber auch zunehmend Schiffe auf hoher See attackiert.

als/dpa/AP

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