Berlin - Mehr Vielfalt an deutschen Schulen: Grünen-Chef Cem Özdemir hat sich für mehr Türkischunterricht ausgesprochen. Damit will er Migrantenkindern bessere Zukunftschancen bereiten.
Grünen-Chef Özdemir: "Warum nicht auch Türkisch?"
"Deutsch muss für Kinder, die hier leben und aufwachsen, immer die wichtigste Sprache sein. Aber wir müssen auch dafür sorgen, dass Kinder mit Migrationshintergrund ihre Mehrsprachigkeit entfalten können. Warum soll an deutschen Schulen neben Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch nicht auch mehr Türkisch angeboten werden?", sagte Özdemir der "Bild"-Zeitung.
Zweisprachigkeit sei in der globalisierten Welt ein großes Plus und ein Potential, das man stärker nutzen müsse.
Özdemir äußerte zugleich die Hoffnung, dass bald ein Politiker mit Migrationshintergrund in Deutschland ein Ministeramt bekleidet: "Ich wünsche mir, dass unsere Gesellschaft farbenblind wird. Dass es völlig unerheblich ist, woran jemand glaubt. Entscheidend muss doch sein, wie gut, qualifiziert und überzeugend ein Politiker ist."
Wichtig sei doch, wo ein Politiker hin wolle - nicht, wo er herkomme. "In diesem Sinne wünsche ich mir, dass es in Deutschland bald die erste Ministerin mit Migrationshintergrund gibt, bei der genau das keine Rolle spielt", sagte Özdemir.
Die Grünen hatten ihn am vorvergangenen Wochenende auf einem Parteitag in Erfurt mit 79,2 Prozent zum Nachfolger von Reinhard Bütikofer gewählt. Damit ist Özdemir der erste türkischstämmige Parteichef Deutschlands.
ler/ddp
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