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Umfrage "In jedem steckt ein Gangster"

Viele glauben, dass alles nur die "Spitze des Eisbergs" ist, und sind enttäuscht über CDU-Chef Wolfgang Schäuble und die Christdemokraten. Andere sind ganz allgemein "wütend auf die da oben", sauer auf die Politik und alle Parteien - und "fertig mit dem Parteien-Klüngel". Eine Straßenumfrage der Deutschen Presseagentur am Dienstag in deutschen Großstädten.

Uwe Behringer, 43, Unternehmer aus Karlsruhe: "Nach dem jüngsten Schäuble-Geständnis befindet sich die CDU mittlerweile in einer dramatischen Situation. Ich sehe momentan keinen Weg, wie die Union aus dieser Krise kurzfristig wieder herauskommen kann. Wenn ich ihn wüsste, würde ich ihr umgehend meine Beraterdienste anbieten."

Ina Kruse, 38, aus Nürnberg: "Da wird noch viel mehr herauskommen. Schäubles Rücktritt würde auch nichts ändern, denn dann machen es die Nachfolger genauso. Ich bin wütend auf die da oben."

Roland Stein, 35), Grafiker, aus Frankfurt am Main: "Diese CDU- Eingeständnisse, häppchenweise und Stück für Stück, das ist doch peinlich. Ernstnehmen kann ich diese Politiker nicht mehr, eigentlich kann ich über die ganze Affäre nur noch lachen."

Reinhard Kahler, 59, Vorruheständler aus Mannheim: "Ich find's Scheiße. Aber Gott sei Dank wird das mal aufgedeckt, das wäre sonst eine ewige Spirale. Wahrscheinlich haben noch mehr Leute Dreck am Stecken - SPD und Grüne auch. Wenn heute gewählt werden würde, wäre die Beteiligung total am Boden."

Angela Binnewitt, 24, Telefon-Promotor aus Hannover: "Ja, warum schmiert ein Waffenhändler eine Partei? Wohl um besser Waffen verkaufen zu können. Wenn einer so lange im Amt ist, wird er sehr wahrscheinlich käuflich. In jedem steckt eben ein kleiner Gangster. Vielleicht hätte ich es genau so gemacht."

Markus Nagel, 32, Dachdecker aus Köln: "Ich bin fertig mit dem Parteien-Klüngel. Die betrügen doch alle, egal ob CDU, Grüne oder SPD. Kohl hat nur Pech gehabt, erwischt zu werden. Wählen kann man niemanden mehr."

Jürgen Glöckner, 35, Gastwirt aus Köln: "Was will der Schäuble denn noch? Der soll zurücktreten."

Harald Hasske-Baumann, 42, Rechtsanwalt aus Dresden: "Was mich wundert ist, dass die CDU zwei Mal hintereinander von einem Waffenhändler Geld annimmt und das für selbstverständlich zu halten scheint - und dass sich die Öffentlichkeit darüber kaum wundert."

Katja Jentzsch, 25, Personaldisponentin aus Dresden: "Dass alle miteinander kungeln, scheint mir klar. Und eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, das ist auch logisch."

Manuela Haack, 26, Verkäuferin aus Berlin: "Was in der CDU-Affäre bisher ans Licht gekommen ist, ist nur die Spitze des Eisberges."

Herbert Klage, 48, Medientechniker aus Berlin: "Das Vertrauen in die CDU hat bei mir mit den Aussagen Schäubles endgültig den Tiefstpunkt erreicht. Die einzige Alternative, die die CDU jetzt noch hat, um einen Schlussstrich unter die Affäre zu ziehen, ist, die jungen CDU-Politiker an die Macht zu lassen."

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