Wiesbaden - Bei den Neuwahlen in Hessen zeichnet sich ein Debakel für die SPD ab. In einer Umfrage für den Hessischen Rundfunk (HR) ermittelte Infratest-dimap für die Sozialdemokraten lediglich 23 Prozent - ein Verlust von mehr als 13 Punkten im Vergleich mit dem Wahlergebnis vom Januar. Alle anderen Parteien im Landtag profitieren von der Schwäche der SPD.
Die CDU käme demnach bei der Wahl am 18. Januar auf 41 Prozent, die FDP auf 13 Prozent. Damit rückt das Wunschbündnis von Ministerpräsident Roland Koch in greifbare Nähe - Schwarz-Gelb käme auf 54 Prozent. Auf ein verbessertes Ergebnis können auch Grüne und Linke hoffen. Die Öko-Partei steht aktuell bei 14 Prozent, die Linkspartei bei 6 Prozent.
Im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage von Anfang November büßte die SPD weitere vier Punkte ein. Grüne und FDP legten je zwei Punkte zu. Bei der Landtagswahl im Januar hatten CDU und SPD mit je knapp 37 Prozent gleichauf gelegen.
Im direkten Vergleich liegt SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel deutlich hinter Koch: 45 Prozent der Befragten würden sich bei einer Direktwahl des Regierungschefs für Koch entscheiden, 31 Prozent für Schäfer-Gümbel. Die restlichen 18 Prozent würden keinem von beiden ihre Stimme geben.
Katastrophale Noten bekam in der HR-Umfrage die mit ihrer Regierungsübernahme gescheiterte hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti. Mit ihrer Arbeit sind 51 Prozent gar nicht zufrieden, 28 Prozent zeigten sich "weniger zufrieden". "Sehr zufrieden" sind lediglich zwei Prozent, 14 Prozent gaben an, mit Ypsilantis Arbeit "zufrieden" zu sein.
Für die repräsentative Umfrage im Auftrag des HR wurden zwischen dem 28. November und 2. Dezember 1000 wahlberechtigte Hessen vom Meinungsforschungsinstitut Infratest-dimap befragt.
cte/ddp/Reuters
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