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05.12.2008
 

JVA Bruchsal

Mithäftlinge monieren bevorzugte Behandlung von Ex-Terrorist Klar

Mithäftlinge des früheren RAF-Mitglieds Klar haben sich über Ungerechtigkeiten im Gefängnis Bruchsal beschwert. Von anderen Gefangenen sei mehr verlangt worden als von dem Ex-Terroristen. Zudem beklagen sie auch soziale Defizite Klars: Er habe sich nie für Schwächere eingesetzt.

Bruchsal - Mithäftlinge von Christian Klar haben sich mit einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Der Sprecher der Gefangenenvertretung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal hat einen Brief an die "Badischen Neuesten Nachrichten" geschrieben, in dem er sich über eine Ungleichbehandlung Klars beschwert. Von anderen Gefangenen, insbesondere von "Lebenslänglichen", werde vor einer Entlassung mehr verlangt als von Klar, heißt es der Zeitung zufolge.

Beschwerden von Mitgefangenen: Christian Klar soll bevorzugt behandelt worden sein
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AP

Beschwerden von Mitgefangenen: Christian Klar soll bevorzugt behandelt worden sein

Zudem äußerten sich die Mithäftlinge kritisch über das soziale Verhalten Klars in der Justizvollzugsanstalt. Die Gefangenenvertretung sei "völlig irritiert" über eine Äußerung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, wonach Klar behandelt werde wie jeder andere Gefangene auch, schrieb demnach der Sprecher des von den Häftlingen gewählten Gremiums, Peter Lambert.

Von Gefangenen werde vor der Entlassung "regelmäßig ein längerer Aufenthalt im Offenen Vollzug, eine - unter Bekennung zur Straftat - nachvollziehbare Tataufarbeitung, oftmals die Absolvierung einer beruflichen Ausbildung im Strafvollzug oder gar die Durchführung (Sozial-)Therapeutischer Behandlungen etc. erwartet".

"Teilnahme an der Tischtennisfreizeit"

Bei Klar habe dagegen offenbar ein nur gelegentliches Nachkommen der Arbeitspflicht, eine mehrmonatige "Teilnahme an der Tischtennisfreizeit" vor einigen Jahren "sowie die spärliche Äußerung, er werde zukünftig ein legales Leben führen, zur Erfüllung von entlassungsvorbereitenden Maßnahmen genügt".

Lambert bedauerte, es habe nicht festgestellt werden können, "dass sich der sicherlich sehr intelligente Herr Klar auch einmal in der Haft für Schwächere oder nicht so intelligente Mitgefangene sozial engagiert hätte". Die Gefangenenvertretung erklärte: "Wäre es also so, wie es u.a. Frau Zypries darstellt, dann müssten bereits jetzt ein gutes Dutzend anderer Gefangener aus der JVA Bruchsal entlassen werden".

Gleichwohl versicherte Lambert, die Gefangenenvertretung und die überwiegende Zahl der Häftlinge in Bruchsal begrüßten die Entscheidung, Klar in die Freiheit zu lassen. Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte entschieden, den in den achtziger Jahren wegen neunfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilten Klar Anfang Januar auf Bewährung freizulassen.

ler/AP

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