Von Dieter Degler
Was muss in einer Partei noch alles passieren, damit sie sich von Vorsitzenden, Ehrenvorsitzenden und Ex-Schatzmeistern trennt? Spürt die CDU nicht, wie das Ansehen, das sie in der Nachwendezeit in weiten Teilen der Bevölkerung genoss, gegen Null geht? Bekommen die Damen und Herren in der zweiten Reihe hinter Schäuble, Koch, Kanther und Konsorten - und die in der ersten Reihe der Schwesterpartei CSU - nicht mit, dass sie jetzt handeln müssen, wenn sie selbst jemals glaubwürdig die Interessen von Partei und Wählern vertreten wollen? Oder setzen sie eiskalt auf die Vergesslichkeit der Menschen und darauf, dass ja irgendwann wieder andere Säue durch die politischen Dörfer getrieben werden?
Anders ist kaum zu erklären, dass sich fast täglich CDU-Skandal an CDU-Skandal reiht und der Parteiname derzeit als Kürzel für Cash Dealers United gehandelt werden darf: Rechtsbrechende Bundeskanzler, ein Parteichef, der eine 100.000-Mark-Spende vorübergehend vergisst, und nun schwarze Millionenkonten in Liechtenstein und sonstwo.
Wenn die Union noch verhindern will, dass sie und der gesamte Politikerstand dauerhaft Schaden nehmen, muss sie jetzt Tabula rasa machen und jeden so lange von Partei- und Regierungsämtern suspendieren, bis alle Sachverhalte und Verantwortlichkeiten aufgeklärt sind.
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