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05.01.2009
 

Ski-Tragödie

Althaus kann sich nicht an Unfall erinnern

Thüringens Regierungschef Dieter Althaus hat keine Erinnerung an seinen schweren Unfall, bei dem eine vierfache Mutter ums Leben kam. Dies erklärten seine Ärzte. Doch jetzt hat sich ein Zeuge bei der österreichischen Polizei gemeldet.

Berlin/Leoben - Den Skiunfall zwischen Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) und einer Slowakin in Österreich hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Zeuge beobachtet. Wie die Justizbehörde in Leoben am Montag mitteilte, werden die Gutachten der Sachverständigen, die den Unfallhergang und die Schuldfrage klären sollen, erst in etwa vier Wochen vorliegen.

Die 41-jährige Frau, Mutter von vier Kindern, starb nach dem Zusammenstoß am Neujahrstag. Die Obduktion der Leiche hat ergeben, dass sie an einer massiven Schädelverletzung starb, sagte Staatsanwalt Walter Plöbst. "Die gerichtsmedizinische Sachverständige erhielt weiters den Auftrag, die Blutproben der Unfallsbeteiligten chemisch-toxikologisch sowie deren Kleidung und Ausrüstungsgegenstände auf Spuren zu untersuchen", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Justizbehörde ermittelt gegen Althaus wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, die in Österreich mit bis zu zwei Jahren bestraft wird.

Althaus war Skigebiet Riesneralm in der Steiermark mit der Frau zusammengeprallt. Er erlitt dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit einer Hirnblutung. Thüringens Ministerpräsident hat keine Erinnerung an seinen schweren Unfall. Das sagten seine Ärzte in der Unfallklinik Schwarzach im österreichischen Pongau am Montag. Der CDU-Politiker, der wegen einer schweren Kopfverletzung bis Samstag im künstlichen Tiefschlaf lag, sei weiterhin auf dem Weg der Besserung, sagte Dieter Lenzhofer, der ärztliche Leiter des Spitals.

Althaus, 50, könne Arme und Beine bewegen. Es gebe derzeit keine Hinweise auf eine neurologische Beeinträchtigung. Der Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten habe sich in den vergangenen beiden Tagen weiterhin gut entwickelt. "Wie sind positiv gestimmt, dass die Verletzung ohne medizinische Folgewirkung bleiben wird", sagte Lenzhofer zu Journalisten. Derzeit habe Althaus jedoch noch nicht die volle räumliche und zeitliche Orientierung wiedererlangt und könne daher von der Staatsanwaltschaft noch nicht vernommen werden.

Althaus weiß auch noch nichts vom Tod der Frau. "Es ist möglich, dass die Erinnerung an den Unfall wieder kommen wird", sagte der Anästhesist Hubert Artmann, einer der behandelnden Ärzte. Althaus werde möglicherweise bereits diese Woche nach Deutschland in die Uniklinik Jena überstellt, jedoch erst nach dem Donnerstag, so die Ärzte.

Unterdessen sind die Personenschützer von Althaus, die ihn bei seiner Unfallfahrt in Österreich begleitet hatten, von der Staatsanwaltschaft Leoben vernommen worden. Das bestätigte der Sprecher des Thüringer Landeskriminalamtes, Uwe Geisler, dem Sender Antenne Thüringen. "Für die Beamten lag vom Landeskriminalamt eine Aussagegenehmigung vor." Bei der Vernehmung handelte es sich um eine Routinebefragung im Zuge des laufenden Ermittlungsverfahrens gegen den Ministerpräsidenten.

als/AP/ddp/dpa

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