• Drucken
  • Senden
  • Feedback
08.01.2009
 

Umfrage

SPD steuert in Hessen auf Wahldebakel zu

Zehn Tage vor der hessischen Landtagswahl halten CDU und FDP ihren deutlichen Vorsprung vor Rot-Grün. Einer neuen Umfrage zufolge liegt die SPD nur bei 24 Prozent. Die Linke muss sogar um ihren Einzug in den Wiesbadener Landtag bangen.

Köln - Gut eine Woche vor der Landtagswahl steuert die hessische SPD auf das schlechteste Ergebnis seit Kriegsende zu. Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks und der ARD ergab, liegen die Sozialdemokraten derzeit in der Wählergunst bei landesweit 24 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Roland Koch kommt auf 42 Prozent, sein Wunschpartner FDP auf 13 Prozent.

SPD-Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel: "Das Paket, das mir auf die Schultern gelegt wurde, ist mächtig"
Zur Großansicht
AP

SPD-Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel: "Das Paket, das mir auf die Schultern gelegt wurde, ist mächtig"

Damit haben beide großen Parteien gegenüber dem vergangenen Dezember je einen Prozentpunkt zulegen können. Allerdings verbessert sich die Union gegenüber dem Wahlergebnis des Jahres 2008 um mehr als fünf Prozentpunkte, während die SPD derzeit um mehr als zwölf Prozentpunkte unter ihrem damaligen Ergebnis liegt.

Die Grünen können derzeit mit 13 Prozent der Wählerstimmen rechnen. Die Linkspartei liegt bei fünf Prozent und muss damit um ihren Wiedereinzug in den hessischen Landtag bangen.

In Hessen waren Neuwahlen notwendig geworden, weil Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti zweimal mit der Bildung einer von den Linken tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung gescheitert war. Vier SPD-Abgeordnete hatten sich geweigert, Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen. Zum Spitzenkandidaten kürte die SPD nach dem gescheiterten Machtwechsel den Landtagsabgeordneten Schäfer-Gümbel.

Über zwei Drittel halten SPD für "nicht mehr glaubwürdig"

"Das Paket, das mir auf die Schultern gelegt wurde, das ist mächtig", sagte Schäfer-Gümbel am Donnerstag auf einem Wahlkampftermin. "Die Partei war am Boden und das soll jemand, der 39 ist, auf einmal richten." Auch die Umfrage zeigt, dass der gescheiterte Machtwechsel der hessischen SPD offenbar nachhaltig geschadet hat.

  • So würden sich 48 Prozent der Befragten für Amtsinhaber Roland Koch entscheiden, wenn sie den Ministerpräsidenten direkt wählen könnten. Seinen SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel würden 36 Prozent der Befragten wählen.
  • Mehr als zwei Drittel der Hessen (68 Prozent) halten die SPD nach den Ereignissen des vergangenen Jahres für nicht mehr glaubwürdig.
  • 52 Prozent sind gegen eine Ablösung von Ministerpräsident Koch. Nur 31 Prozent der Hessen sind dagegen der Meinung, dass Thorsten Schäfer-Gümbel das Format hat, ein guter Ministerpräsident zu werden.

Für die repräsentative Meinungsumfrage wurden nach Angaben des Hessischen Rundfunks 1000 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger aus Hessen befragt.

Kampf um jede Stimme

Die hessische CDU erklärte in einer ersten Reaktion, die wiederholten Versuche, Ministerpräsident Koch zu diffamieren, hätten sich für die SPD nicht ausgezahlt. Der unanständige Wahlkampfstil der SPD stoße die Menschen ab. "Die CDU erfährt eine erfreuliche Zustimmung", sagte Generalsekretär Michael Boddenberg.

Dagegen erklärten SPD und Grüne, die Wahl sei noch nicht verloren. 27 Prozent aller hessischen Wähler seien noch unentschieden, betonte SPD-Generalsekretär Norbert Schmitt. "Diese Gruppe wollen wir gezielt ansprechen und für uns gewinnen."

Die Grünen erklärten, ihr Ziel sei es, den Platz als drittstärkste Partei im hessischen Landtag von der FDP zurückzuerobern. Auch die Linke rief ihre Anhänger zu verstärkten Wahlkampfanstrengungen auf. Nur wenn die Linkspartei im Landtag bleibe, werde auch das Thema soziale Gerechtigkeit auf der Tagesordnung bleiben. "Wir werden um jede Stimme kämpfen", sagte der Landesvorsitzende Ulrich Wilken.

amz/AP/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Landtagswahl in Hessen 2009

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP