Der Bonner Islamist Bekkay Harrach, der vor Wochenfrist in einem Video Deutschland drohte, ist nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden innerhalb von al-Qaida an führender Stelle mit der Planung von Anschlägen betraut. Danach ist Harrach, der sich inzwischen "Abu Talha" nennt, offenbar in der Abteilung für "Auswärtige Operationen" aktiv. Diese Gruppe kümmert sich um terroristische Anschlagsplanungen.
Deutsch-Marokkaner Bekkay Harrach: "Mich für Allah in die Luft zu sprengen, ist mein Wunsch seit 1993"
An seinem mutmaßlichen Aufenthaltsort Waziristan soll er unter dem Schutz des örtlichen Warlords Siraj Haqqani stehen. Ein Kommandeur aus dem Haqqani-Clan sagte dem SPIEGEL, der "deutsche Gast" sei in fast alle größeren Anschlagsplanungen in der Region eingebunden. Harrach ist bereits seit 2001 im Visier deutscher Sicherheitsbehörden, reiste zweimal in den Irak und wurde 2003 bei einem Zusammenstoß mit der israelischen Armee im Westjordanland verletzt. Zu al-Qaida soll ihn der derzeit inhaftierte Islamist Aleem Nasir aus dem pfälzischen Germersheim vermittelt haben, der den Rekruten aus Bonn ein Empfehlungsschreiben mit auf den Weg gab. Über die Türkei reiste Harrach damit nach Iran, von wo aus ihn ein Schleuser nach Waziristan brachte.
Seit das Video bekannt ist, ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen Harrach wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Der 31-Jährige hatte in dem Video Deutschland wegen seiner Beteiligung am Nato-Einsatz in Afghanistan mit Anschlägen gedroht. Harrach posierte in dem Film mit einer Panzerfaust und feuert sie ab. "Mich für Allah in die Luft zu sprengen, ist mein Wunsch seit 1993", sagte er.
Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurde Harrach 1977 in Marokko geboren, lebt aber schon länger in Nordrhein-Westfalen. Der "Bild"-Zeitung zufolge studierte er an der Koblenzer FH Lasertechnik und Wirtschaftsmathematik, was er aber abbrach.
mbe
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