Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
26.01.2009
 

Kompromissangebot

Union gibt in Streit über Kfz-Steuer nach

Bewegung in letzter Minute: Die Union will im Streit mit der SPD über die Kfz-Steuer einlenken. Die geplante Obergrenze für die Hubraum-Besteuerung soll fallen - sie hätte die Besitzer verbrauchsstarker Fahrzeuge entlastet. Jetzt wird eine rasche Einigung vor der Kabinettsitzung erwartet.

Hamburg - Im Koalitionsstreit um die Kfz-Steuer soll jetzt eine rasche Lösung her - und die Union will den Sozialdemokraten einen Kompromiss anbieten: Er könne sich vorstellen, dass die Union darauf verzichte, die Besteuerung des Hubraums bei Dieselfahrzeugen zu begrenzen, sagte Hans-Peter Friedrich (CSU), der für Verkehr zuständige Vizechef der Unions-Bundestagsfraktion, der "Financial Times Deutschland".

Autoverkehr (bei Köln): Streit um die schlimmsten Spritschlucker
DDP

Autoverkehr (bei Köln): Streit um die schlimmsten Spritschlucker

Im Gegenzug könnte die Steuer für Diesel-Fahrzeuge auf neun Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum gesenkt werden, erklärte der CSU-Politiker. Friedrich sagte, er rechne mit einer Einigung von Union und SPD. "Wir sind uns im Ziel einig und darin, dass es schnell gehen muss", sagte Friedrich.

Eine endgültige Entscheidung soll der Zeitung zufolge noch an diesem Montag fallen. Damit könnte die Kfz-Steuer in der Kabinettsitzung am Dienstag als Teil des Konjunkturpakets verabschiedet werden.

Vizekanzler und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte im ZDF, er setze bis zur Kabinettssitzung auf einen Kompromiss: Bis dahin werde man "sicherlich eine vereinbarte Regelung hinkriegen". Darauf gedrängt hatte zuletzt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

50 MILLIARDEN EURO: ECKPUNKTE DES NEUEN KONJUNKTURPAKETS

Klicken Sie auf die Überschriften, um mehr zu erfahren...

Investitionen

Steuern

Abgaben

Familien

Automobilindustrie

Export, Mittelstand und Breitbandtechnologie

Rettungschirm für Unternehmen

Kurzarbeit und Beschäftigung

Schuldengrenze und Tilgungsfonds

Der ursprüngliche Gesetzentwurf der Regierung für die Kfz-Steuerreform sah für Benziner künftig je 100 Kubikzentimeter Hubraum zwei Euro Steuer vor, für Diesel-Fahrzeuge zehn Euro.

MEHR ZUM THEMA

Im neuen SPIEGEL 5/2009:

Wann ist der Staat eigentlich pleite?
Konjunkturpakete, Staatsbürgerschaften, Abwrackprämien, Rettungsfonds...

Foto Sascha Schuermann / DDP
Die Besteuerung nach Hubraum sollte allerdings bei 2,5 Litern für Benziner und drei Litern für Diesel-Fahrzeuge gedeckelt werden. Dies hätte dazu geführt, dass große, verbrauchsstarke Limousinen und Geländewagen stärker entlastet worden wären als sparsame, kleinere Pkw.

Das löste beim Koalitionspartner SPD Protest aus. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Kanzlerkandidat Steinmeier kritisierten die Pläne scharf - worauf auch Merkel sich für weitere Verhandlungen stark machte.

Im ZDF sagte Steinmeier am Sonntag, es könne nicht sein, dass die größten Autos und damit die größten Emittenten von Kohlendioxid am stärksten bevorzugt werden. Die Reform habe "nicht nur was mit den Arbeitsplätzen zu tun, sondern natürlich auch mit dem Klima". Deshalb gehörten die drei Elemente Kfz-Steuerreform, Abwrackprämie von 2500 Euro für Altwagen beim Neu- oder Jahreswagenkauf sowie ein Forschungsprogramm für die Automobilindustrie zusammen. Damit sollte eine Erneuerung des gesamten Fahrzeugbestandes in Deutschland bewerkstelligt werden.

hen/dpa/AFP/ddp

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



FORUM

Zu viel Entgegenkommen für die Autoindustrie? Diskutieren Sie mit anderen Lesern!










Service von SPIEGEL-ONLINE-Partnern