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29.01.2009
 

Aktienoptionen

Große Koalition will schärfere Auflagen für Managergehälter

Die Vorschläge von Finanzexperten aus Union und SPD stehen bereits: Die Große Koalition will schärfere Auflagen für Managergehälter - sie sollen noch vor der Bundestagswahl im September in Kraft treten.

Berlin - Beim nächsten Treffen der Koalitionsspitzen im März soll das Thema Managergehälter auf der Tagesordnung stehen, Finanzexperten aus Union und SPD haben sich jetzt schon auf gemeinsame Vorschläge geeinigt: Demnach sollen Manager Aktienoptionen erst nach vier statt derzeit nach zwei Jahren einlösen dürfen. Die Haftung der Aufsichtsräte wird verschärft. Dies sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß.

Die von ihm und dem CDU-Finanzpolitiker Otto Bernhardt geleitete Arbeitsgruppe habe dagegen keine Einigung bei der SPD-Forderung erzielt, die steuerliche Absetzbarkeit von Managergehältern und Abfindungen einzuschränken. "Das bleibt für uns Sozialdemokraten auf der Tagesordnung", sagte Poß.

Die SPD will, dass Managergehälter nur bis zur Höhe von einer Million Euro voll als Betriebsausgaben abgesetzt werden können, darüber liegende Beträge aber nur zur Hälfte.

In den Konsenspunkten wollen Union und SPD aber noch vor der Bundestagswahl Gesetzesänderungen beschließen. "Es besteht die Hoffnung, dass wir in den Punkten, in denen wir uns geeinigt haben, auch noch gesetzgeberisch tätig werden", sagte Poß. "Mit unseren Vorschlägen wollen wir ein Umdenken bei Managern und Aufsichtsräten bewirken." Die Vorschläge seien gleichzeitig ein Signal gegen kurzfristiges Renditedenken, das die Katastrophe an den Finanzmärkten mitbewirkt habe. "Falsche Vergütungsanreize müssen korrigiert werden", sagte Poß. "Angemessenheit der Gehälter, langfristige Nachhaltigkeit und Transparenz sind jetzt gefragt." Es müsse erleichtert werden, je nach wirtschaftlicher Situation eines Unternehmens die Vorstandsvergütungen herabzusetzen. "Gleichzeitig verschärfen wir die Haftungsbestimmungen für die Aufsichtsratsmitglieder", sagte Poß weiter. In der Einigung mit der Union seien viele wichtige Punkte berücksichtigt. Die SPD hätte sich nach seinen Worten eine stärkere Berücksichtigung von Arbeitnehmerinteressen und der Allgemeinheit gewünscht.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte sich vor dem Treffen der Arbeitsgruppe gegen eine Begrenzung von Managergehältern ausgesprochen. Es gehe darum, mehr Transparenz zu schaffen und langfristiges Handeln zu fördern, sagte Zypries der "Süddeutschen Zeitung". "Wir wollen die Gehälter nicht nach oben begrenzen." Im Einzelfall könne ein außergewöhnlich hohes Gehalt gerechtfertigt sein, "wenn die Leistung des Managers stimmt".

hen/Reuters/dpa

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