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12.02.2009
 

Konjunkturpaket II

FDP verzockt sich im Bundesratspoker

Ja, nein, vielleicht: Die FDP will Gegenleistungen für ihre Zustimmung zum Konjunkturpaket II aushandeln - doch die Liberalen sind zerstritten über die richtige Strategie. Das Hickhack gefährdet die Mehrheit für das Vorhaben im Bundesrat.

Hamburg - In der FDP wachsen die Zweifel, ob im Bundesrat mit der großen Koalition ein Kompromiss über das zweite Konjunkturpaket gefunden werden kann. Die bayerische FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte, dass die Bundesregierung bislang keinerlei Bereitschaft zu Zugeständnissen erkennen lasse. "Die Bundesregierung betreibt eine Taktiererei, die von den Bürgern nicht mehr nachvollziehbar ist", sagte Leutheusser-Schnarrenberger der "Augsburger Allgemeinen" laut einem Vorabericht.

Bundesrat in Berlin: Uneinige Haltung in der FDP zum Konjunkturpaket II
DPA

Bundesrat in Berlin: Uneinige Haltung in der FDP zum Konjunkturpaket II

Die FDP-Landeschefin verteidigte deshalb das angekündigte Nein der Liberalen bei der Abstimmung im Bundestag: "Wir hatten keine Chance, irgendwie Änderungen durchzubringen", sagte sie. "Wir haben bisher das klare Signal der Bundesregierung: Ihr könnt machen was ihr wollt. Deshalb lehnen wir das Konjunkturpaket ab."

Baden-Württembergs FDP-Chefin Birgit Homburger stellte derweil klar: "Über das Abstimmungsverhalten im Bundesrat entscheiden wir erst, wenn das Ergebnis des Konjunkurpakets vorliegt." Dem "Handelsblatt" sagte Homburger, das Konjunkturpaket müsse zu spürbaren steuerlichen Entlastungen für die Bürger führen. Die Liberalen in Baden-Württemberg würden deshalb zunächst alle Möglichkeiten ausschöpfen, um im Bundesrat noch Veränderungen zu erreichen.

Homburger widersprach damit dem baden-württembergischen Landtagsfraktionschef Ulrich Noll (FDP), der eine Zustimmung im Bundesrat bereits fest in Aussicht gestellt hatte. "Es wäre schwer verantwortbar, ein von allen heiß ersehntes Programm im letzten Moment scheitern zu lassen", hatte Noll trotz einiger Kritik am Konjunkturpaket geäußert.

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Auch Baden-Württembergs stellvertretender Ministerpräsident und Justizminister Ulrich Goll (FDP) erklärte am Abend: "Es wurde keineswegs beschlossen, dem Konjunkturpaket II im Bundesrat zuzustimmen." Die Zustimmung zum Konjunkturpaket hänge von dessen endgültiger Ausgestaltung ab. Deshalb werde erst nächste Woche über die Zustimmung entschieden.

Ramsauer warnt FDP vor "Erpressungsversuchen"

Die hessische FDP signailisierte ebenfalls Zustimmung zum Konjunkturpaket II. Deren Landesvorsitzender Jörg-Uwe Hahn äußerte in der "Financial Times Deutschland" Verständnis für Äußerungen Nolls. Diese erschwerten nach Darstellung Hahns zwar die Verhandlungen mit der Union. Sie zeigten aber auch, dass die Liberalen letztlich zustimmen würden und nicht die Bockigen spielten. Unvernünftig hohe Hürden würden die Liberalen nicht aufbauen, um das Konjunkturpaket zu blockieren, so Hahn.

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, appelliert unterdessen an die FDP, das Konjunkturpaket, "so wie es jetzt vorliegt", im Bundesrat passieren zu lassen. Zugleich warnte Ramsauer die Liberalen in der Rostocker "Ostsee-Zeitung" vor "Erpressungsversuchen".

"Wenn die FDP ein dringend notwendiges Konjunkturpaket an die Wand fahren würde, müsste sie sich vor der deutschen Öffentlichkeit in Anbetracht der drängenden Probleme dafür rechtfertigen", so CSU-Politiker. Nach der Bundestagswahl im Herbst könnten die Liberalen dann gemeinsam mit der Union in einer bürgerlichen Koalition weitere Steuersenkungen durchsetzen.

fsc/ddp/dpa

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Die neuesten Beiträge:
25.08.2009 von rabenkrähe:

...... In der Tat ist die Abzockmentalität der Unternehmen vorführenswert. Und die ist von Jahr zu Jahr schlimmer geworden. Ein Aberwitz, daß Unternehmen sich herausnehmen, sich staatliche Mittel in jeder Form zu [...] mehr...

25.08.2009 von stirnrunzler:

Heute abend Frontal21 u.a. zum Thema "Kurzarbeitstricks" - mal sehen, wie erhellend das werden wird. http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/699486?inPopup=true mehr...

24.08.2009 von rabenkrähe:

Na, dann kann der Staat doch künftig gleich komplett die Auto-Neuanschaffungen übernehmen, unter dem Strich käme dabei bestimmt ein Super-Gewinn heraus, jedenfalls wenn gleichzeitig die Steuern erheblich angehoben werden... mehr...

24.08.2009 von ginivonOnyx: Konjunkturprogramm Geldverschwendung

Aber nein, ein Riesengeschäft des Staates. Er zahlt den Autokäufern eine Abwrackprämie, um Arbeitsplätze in der Autoindustrie zu sichern, und bekommt für jedes gekaufte Neufahrzeug die Mehrwertsteuer von 19% Kostet ein Neuwagen [...] mehr...

16.03.2009 von rabenkrähe:

..... Na, da Koch einst in Sachen Parteispendenaffäre/Steuerskandal auf der Fahndungsliste stand, ist das doch kein Wunder... rabenkrähe mehr...

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